WestLB-Chef rechnet mit Fusionen von Landesbanken

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Düsseldorf (dpa) - Der neue WestLB-Chef Heinz Hilgert rechnet in den kommenden 12 Monaten mit Fusionen in der deutschen Landesbankenlandschaft. Zuvor müssten sich die öffentlich-rechtlichen Institute allerdings einer Art Schrumpfkur unterziehen, sagte Hilgert der "Welt am Sonntag".

Weder große Zusammenschlüsse noch eine mehrheitliche Privatisierung der Kreditinstitute sind aus Hilgerts Sicht in der heutigen Form denkbar. "Ich kenne keine Landesbank, die ihre Bonitätsnoten auch nur annähernd halten könnte, wenn der Rückhalt von Land und Sparkassen wegfällt", betonte Hilgert.

In ihrem Sanierungsplan hatte die angeschlagene WestLB der EU- Kommission am Freitag Vorschläge für eine Neuausrichtung der Bank unterbreitet. Sie sieht unter anderem einen kräftigen Abbau von Risikopositionen und damit eine Verkürzung der Bilanzsumme vor. Ziel sei es, Wertpapiere und andere Aktiva, die "opportunistisch und ohne Kundenbezug" zusammengekauft worden waren, in eine eigene Einheit auszugliedern und zu verkaufen. Diese Einheit werde ein Volumen von 20 Milliarden Euro haben.

Außerdem will Hilgert andere Schwerpunkte setzen: "Wir wollen uns stärker konzentrieren auf die Themen Energie, Infrastruktur, Rohstoffhandel und die Finanzierung von Firmenbeteiligungen". Die EU- Kommission verlangt, dass die WestLB im Gegenzug zu den Milliardenbeihilfen ihrer Eigentümer die Bilanzsumme bis zu 50 Prozent verringert und das Land, die Sparkassen und Kommunen ihre Mehrheit an dem Institut verringern. Hierzu haben sie sich inzwischen bereiterklärt. Der von den Brüsseler Wettbewerbshütern angeforderte Sanierungsplan war am Freitag bei der EU-Kommission eingetroffen und wird nun geprüft. Wie lange dies dauern wird, ist nicht absehbar.

Im vergangenen Jahr war die WestLB durch die internationale Finanzkrise und Fehlspekulationen im Aktienhandel in eine schwere Schieflage geraten. Nach monatelangen Verhandlungen erklärten sich die Eigentümer bereit, die WestLB mit milliardenschweren Garantien zu stützen. Pläne der Bankkonzerns, mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) oder der hessisch-thüringischen Helaba zu fusionieren, sind im vergangenen Jahr und Anfang 2008 an unterschiedlichen Vorstellungen der Anteilseigner gescheitert.

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