Wettanbieter Oddset erleidet kräftige Umsatzrückgänge

- Berlin - Der staatliche Wettanbieter Oddset hat im letzten Jahr kräftige Umsatzrückgänge erlitten und rechnet auch im 2006 mit rückläufigen Wetterlösen. Die Umsätze seien von gut 540 Millionen Euro im Jahr 2002 auf nur noch knapp 432 Millionen im vergangenen Jahr gefallen.

Das sagte Oddset-Marketing-Chef Wolfgang Feldner der "Berliner Zeitung". "Für 2006 deutet sich ein weiterer Umsatzrückgang an." Grund sei, dass Oddset im Gegensatz zu Konkurrenten wie Wetten.de oder Betandwin hohe Abgaben an den Fiskus abführen müsse und deshalb deutlich geringere Gewinnquoten ausschütten könne, sagte Feldner.

Er hoffe nun, dass das Bundesverfassungsgericht diesen Zustand beende. Am 28. März will das oberste Gericht seine Entscheidung im "Sportwetten"-Rechtsstreit verkünden. Dann entscheide sich, ob der Wettmarkt vollständig liberalisiert wird, mit der Folge, dass alle Anbieter dann in gleicher Weise besteuert würden, sagte Feldner der Zeitung.

Eine Münchner Buchmacherin will eine behördliche Erlaubnis zur Veranstaltung von Sportwetten mit festen Gewinnquoten erstreiten. Nach ihrer Ansicht verletzt das Verbot privater Wettangebote ihre Berufsfreiheit. Der größte private Sportwetten-Anbieter in Deutschland, betandwin, erwartet einen Boom bei einer Liberalisierung des Marktes. "Das Marktpotenzial in Deutschland liegt bei fünf bis sechs Milliarden Euro", sagt betandwin-Manager Marcus Meyer.

Derzeit würden etwa 1,5 Milliarden Euro im Jahr mit Sportwetten umgesetzt. Der Löwenanteil davon entfällt auf Oddset-Wetten, die seit 1999 angeboten werden. Schon seit 1991 sind private Sportwettenanbieter mit früheren DDR- Lizenzen auf dem Markt. Außerdem sind ausländische Angebote über das Internet zugänglich.

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