Wettbewerb beim Mobilfunk: Tarife einfacher und günstiger

- München - Die Mobilfunkpreise in Deutschland sind ins Rutschen gekommen: E-Plus-Chef Uwe Bergheim startete mit einem neuen Pauschaltarif den Angriff auf das Festnetz und attackierte die Telekom. Nach zwei schwachen Quartalen reagierte auch Branchenprimus T-Mobile.

T-Mobile-Chef René Obermann und Bergheim mussten in die Offensive gehen: T-Mobile drohte die Marktführerschaft an Wettbewerber Vodafone zu verlieren. E-Plus rückte der kleinste Anbieter O2 dank der erfolgreichen Kooperation mit Kaffeeröster Tchibo auf die Pelle.

Bergheim zog die Notbremse und kopierte das erfolgreiche Modell der Konzernmutter KPN in Belgien. Mit speziell auf Kundengruppen zugeschnittenen Marken geht KPN dort erfolgreich auf Kundenfang.

Vor zwei Monaten brachte E-Plus seine Zweitmarke Simyo auf den Markt. Der Clou: Ein einfacher Tarif mit einem Minutenpreis von 19 Cent. Damit traf das Unternehmen die Bedürfnisse der Kunden - mit einer Nutzerzahl von deutlich über 100 000 liegt der Zuspruch über den Erwartungen von E-Plus. Nun legte E-Plus mit dem Start von "Base" nach. Für eine monatliche Pauschale von 25 Euro können die Base-Kunden umsonst in das Festnetz und E-Plus-intern telefonieren.

Doch damit ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. Experten erwarten einen weiteren Preisverfall: Es gebe eine neue Dynamik im Preiskampf, sagt Martin Gutberlet vom Marktforschungsinstitut Gartner. "Wir hatten in Deutschland für Jahre ein sehr stabiles und ähnliches Preisgefüge der Anbieter. E-Plus hat diese Situation mit dem Angebot von Simyo geändert." Gutberlet erwartet innerhalb der kommenden zwölf Monate eine Halbierung der Minutenpreise auf zehn Cent. Letztlich werden die Anbieter aber Bündelpakete im Programm haben, mit denen die Kunden zu einem festen Preis unbegrenzt in alle Netze telefonieren können.

Dem Preisdruck kann sich auch die Telekom-Tochter T-Mobile nicht entziehen. "Die Tarife werden einfacher und günstiger", hatte Vorstandschef Obermann kürzlich angekündigt. Die Bonner wollen mit einer eigenen Billigmarke kontern. Die Minute innerhalb des T-Mobile-Netzes soll 15 Cent kosten, in andere Netze 30 Cent.

Zurücklehnen können sich die Verfolger Vodafone und O2. Die beiden punkten mit ihren Festnetzangeboten: Damit haben sich die Unternehmen gut positioniert, sagt Gutberlet. Vodafone profitiere auch von seinem UMTS-Angebot, mit dem die Gesellschaft mit über einer halben Million Kunden Marktführer in Deutschland ist. Die Strategie von O2 und Vodafone geht auf: Die beiden Anbieter konnten sich in den vergangenen Quartalen über einen ungebrochenen Kundenzuspruch freuen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Experten: Nachrüstungen alter Diesel "grundsätzlich möglich"
Die Regierung lässt Millionen Autobesitzer seit Monaten im Unklaren: Kommt doch noch mehr als neue Software, um Motoren zu schmutziger Diesel sauberer zu bekommen? Nun …
Experten: Nachrüstungen alter Diesel "grundsätzlich möglich"
Wegen des Deutschland-Spiels gegen Schweden: Edeka- und Rewe-Filialen schließen früher
Für die DFB-Elf geht es am Samstag schon um alles. Gut ist das immerhin für die TV-Einschaltquoten - und die Spannung. Auch mehrere Supermarkt-Filialen reagieren.
Wegen des Deutschland-Spiels gegen Schweden: Edeka- und Rewe-Filialen schließen früher
Opec+ weitet Ölproduktion um eine Million Barrel am Tag aus
Die Opec hat am Freitag vorgelegt, einen Tag später ziehen die Nicht-Opec-Länder nach. Mehr Öl soll in den Markt gepumpt werden, um eine Balance zwischen Angebot und …
Opec+ weitet Ölproduktion um eine Million Barrel am Tag aus
Daimler stoppt Auslieferung von Diesel-Modellen - diese Fahrzeuge sind betroffen 
Daimler hat die Auslieferung mehrerer Diesel-Modelle gestoppt. Grund  ist der angekündigte Rückruf für Fahrzeuge, die einen Diesel-Motor nach der Norm 6b enthalten.
Daimler stoppt Auslieferung von Diesel-Modellen - diese Fahrzeuge sind betroffen 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.