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WhatsApp: Jetzt will auch Amazon dem Messenger-Dienst mit einem eigenen Angebot einheizen

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Von: Jonas Raab

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Whatsapp-Nutzer können sich auf eine neue Funktion freuen. Das hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg angekündigt.
Will Amazon mit dem Kauf eines Messenger-Dienstes dem Platzhirschen WhatsApp den Rang ablaufen? © Valentin Wolf/Imago

WhatsApp bekommt immer mehr Konkurrenz. Auch nimmt auch der milliarden-schwere Online-Händler Amazon den Messenger-Dienst ins Visier.

Seattle - Als WhatsApp an seinen Datenschutzregeln herumschraubte, zog der Messenger-Krösus viel Unmut auf sich. Zwar blieb die große Abwanderung zur Konkurrenz aus, einen kleinen Hype erfuhren alternative Nachrichtendienste wie Telegram oder Signal trotzdem. Jetzt bringt sich auch der Handelsriese Amazon in Stellung und kauft Wickr.

Wickr ist eine US-amerikanische Messenger-Plattform, für die Kommunikation in Unternehmen und Organisationen ausgelegt und nach eigenen Angaben besonders sicher. Nachrichten, Anrufe und Videochats sind vollverschlüsselt. Unter anderem die US-Armee baut auf das Programm, weshalb Wickr auch als „Militär-Messenger“ gilt. Seit Kurzem gehört der Dienst zu Amazon.

Konkurrenz für WhatsApp: Amazon kauf Wickr - Interesse auch an Signal

„Der Bedarf an dieser Art von sicherer Kommunikation nimmt zu“, schrieb Stephen Schmidt, Information Security Officer bei Amazon Web Services (AWS), vergangenen Freitag in einem Blog-Eintrag. Den Wickr-Kauf erklärte mit dem wachsenden Kommunikations- und Sicherheitsbedürfnis von Unternehmen und Behörden seit Corona die Arbeitswelt hybrid gemacht hat.

Berichten zufolge soll die Amazon-Sparte Web Services bereits länger mit Produktivitäts-Apps geliebäugelt haben. Demnach erwog der Internet-Handelsriese bis vor Kurzem, ein Gebot für den derzeit gehypten Messenger-Dienst Signal abzugeben. Letztendlich fiel die Entscheidung aber auf Wickr. Zwar hätte man mit Signal einen deutlich größeren Nutzerstamm bekommen, doch besitze Wickr „wertvolles geistiges Eigentum in Bereichen wie Verschlüsselung“ – und sei schlicht billiger gewesen, heißt es aus anonymer Quelle. Zu welchen Bedingungen Amazon den „Militär-Messenger“ gekauft hat, ist nicht bekannt.

Wickr gehört jetzt Amazon: Kann der „Militär-Messenger WhatsApp gefährlich werden?

Zwar ist der neue Amazon-Messenger mit seinen Abo-Modellen Wickr Pro und Wickr Enterprise in erster Linie auf Unternehmen und Behörden ausgerichtet, aber auch Privatpersonen können den Messenger (Wickr Me) kostenlos nutzen, allerdings mit Abstrichen. So sind Videochats und Anrufe beispielsweise nur mit einer Person möglich und Gruppenchats auf zehn Personen beschränkt.

Ob Amazon diese Struktur aufbricht, um künftig auch in WhatsApp-Gewässern zu fischen, ist derzeit nicht bekannt. Was man aber weiß: Die meisten der leitenden Angestellten des Sicherheits-Teams von Amazon nutzen nicht Wickr, um mit anderen zu kommunizieren - sondern Signal.

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