WhatsApp: Der Messenger-Dienst hat wegen der geplanten Änderungen seiner Datenschutz-Bestimmungen weltweit Ärger mit seinen Nutzern.
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WhatsApp: Der Messenger-Dienst hat wegen der geplanten Änderungen seiner Datenschutz-Bestimmungen weltweit Ärger mit seinen Nutzern.

Bericht

WhatsApp-Zwangsupdate: Unwilligen Usern droht radikaler Schritt

  • Thomas Schmidtutz
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WhatsApp hat wegen der angestrebten Änderungen der Datenschutzregeln massiven Ärger. Doch die Kalifornier halten an ihren Plänen fest - und schrecken dabei auch vor radikalen Schritten nicht zurück.

Menlo Park/München – Bei der geplanten Änderung der Nutzungsbedingungen schreckt der populäre Messengerdienst WhatsApp offenbar auch vor radikalen Maßnahmen nicht zurück. Das berichtet das angesehene US-Webportal TechCrunch unter Berufung auf eine vertrauliche Mail. Danach wolle man WhatsApp-User ab dem 15. Mai dazu auffordern, die neuen Nutzungsbedingungen zu akzeptieren, „um die volle Funktionalität von WhatsApp zu erhalten“, heißt es in dem Schreiben an Unternehmenskunden.

Sollten User den Nutzungsbedingungen auch weiterhin nicht zustimmen, werde es Funktionseinschränkungen geben. So sollen widerspenstige Nutzer für eine Übergangsfrist von wenigen Wochen zwar noch Anrufe und Nachrichten erhalten können, „aber keine Nachrichten aus der App mehr lesen oder senden“. Damit wäre die Kernfunktion des Messenger abgeschaltet.

WhatsApp: Wer nicht mitspielt, fliegt

Zudem würden User auf den Status inaktiv gesetzt. Was das bedeutet, offenbart ein Blick auf die Frage- und Antwortsammlung (FAQ) von WhatsApp. „Um Sicherheit zu wahren, die Datenaufbewahrung zu begrenzen und den Datenschutz von Benutzern zu gewährleisten, werden WhatsApp Accounts normalerweise nach 120 Tagen Inaktivität gelöscht“, heißt es dazu lapidar. Mit anderen Worten: Wer nicht mitspielt, fliegt.

WhatsApp: Weltweiter Proteststurm

WhatsApp steht wegen des geplanten Zwangsupdates seit Monaten in der Kritik. Zudem wechselten zuletzt Heerscharen erboster User zu populären WhatsApp-Konkurrenten wie Signal oder Threema.

Angesichts der unerwartet heftigen Reaktionen hat die Facebook-Tochter die Frist für die Annahme der Datenschutz-Regeln Mitte Januar überraschend verlängert. Statt der ursprünglich geplanten Frist am 8. Februar sollen die neuen Datenschutzregeln jetzt ab dem 15. Mai greifen. Man wolle die Zeit nutzen, um Missverständnisse im Zusammenhang mit dem Update auszuräumen, hieß es in einem Blog-Beitrag im Januar.

Laut WhatsApp zielen die geplanten Änderungen vor allem darauf, bessere Möglichkeiten für Kommunikation mit Unternehmen zu schaffen, etwa für Bestellungen direkt aus dem Messenger. Eine erweiterte Weiterleitung von Daten an Facebook sei jedoch nicht vorgesehen, versicherte das Unternehmen. Auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibe unangetastet.

WhatsApp: Neuer Banner soll User aufklären

Um die Wogen zu glätten, kündigte das Unternehmen vor wenigen Tagen zudem an, User in den kommenden Wochen per Banner über die geplanten Änderungen zu informieren. Die Hinweise sollen im Reiter „Chat“ sichtbar sein.

Ob die Aktion bei den Usern allerdings verfängt, ist derzeit zwar noch offen. Klar ist aber: Sollte WhatsApp demnächst tatsächlich widerspenstige User zwangsweise abmelden, dürfte der abflauende Proteststurm zu einem veritablen Shitstorm anschwellen.

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