Neue AGBs

WhatsApp-Zwangsabschaltung: Überraschende Wende - Jetzt wird doch wieder alles ganz anders

  • Jonas Raab
    vonJonas Raab
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WhatsApp will neue AGBs durchsetzen und droht seinen Nutzern schlimmstenfalls mit Konto-Löschung. Am Samstag läuft die Frist ab. Jetzt zeichnet sich die nächste Volte beim Messenger-Dienst ab.

Dublin - Die Galgenfrist läuft ab, aber der Henker zittert: Anfang Januar kündigte WhatsApp neue Kommunikations- und Einkaufsmöglichkeiten für Unternehmen an. An sich kein großes Ding, zumal die neuen Optionen laut WhatsApp „gänzlich optional“ sein sollten. Nicht so optional dabei: Der Dienst setzte seinen Benutzern ohne Not die Pistole auf die Brust.

Stimme man den neuen AGBs bis zum 8. Februar nicht zu, könne man WhatsApp ab dem 9. Februar nicht mehr nutzen, hieß Anfang des Jahres. Weil das einen massiven Shitstorm und Abwanderung zur Konkurrenz auslöste, ruderte die Facebook-Tochter schnell zurück und gewährte seinen Usern eine neue Galgenfrist bis 15. Mai.

Neue AGBs: WhatsApp räumt Fehler ein, bleibt aber bei seiner Galgenfrist

Gebetsmühlenartig beteuert WhatsApp seit Monaten, dass sich für Benutzer durch die aktualisierten Nutzungsbedingungen nichts ändere, schon gar nicht am Datenschutz. In zahlreichen Beiträgen auf dem Firmenblog bemühte sich WhatsApp um Klarstellung, da „einige Gerüchte“ im Umlauf seien – und räumte Fehler ein. „Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wie wir die Änderungen hätten besser kommunizieren können“, schreibt das Unternehmen etwa. Vom AGB-Zwang weicht es aber nicht ab.

Was passiert, wenn man den neuen AGBs nicht zustimmt, erklärte WhatsApp auch, allerdings recht spärlich. „Wenn du bis zu diesem Datum nicht zugestimmt hast, wird WhatsApp deinen Account nicht löschen. Dir wird dann allerdings nicht mehr die volle Funktionalität von WhatsApp zur Verfügung stehen, bis du zugestimmt hast. Du wirst zwar für kurze Zeit Anrufe und Benachrichtigungen erhalten, aber in der App weder Nachrichten lesen noch welche senden können“, hieß es in einem FAQ-Eintrag auf WhatsApps Website. Darüber hinaus stellen User seit 16. Mai eine Beeinträchtigung fest, die enormes Frustpotenzial birgt.

AGB-Zwang: WhatsApp macht erneut Rückzieher - wie geht es am Samstag weiter?

Das bedeutet: Stimmt man den neuen Nutzungsbedingungen nicht zu, kann man die App ab Samstag faktisch nicht mehr benutzen. Laut WhatsApp habe man dann zwei Möglichkeiten: Nachträglich einwilligen oder Account löschen. „Für den Fall, dass du deinen Account (…) löschen möchtest, hoffen wir, dass du dir es noch einmal überlegst“, heißt es.

Doch angesichts des neuerlichen Frist-Endes am Samstag (15. Mai) macht WhatsApp jetzt einen erneuten Rückzieher. „Wir werden am 15. Mai weder Konten löschen, noch wird jemand die Funktionalität von WhatsApp aufgrund des Updates verlieren“, versichert der Dienst in der englischen Version des FAQ-Eintrags zu den neuen AGBs. Von der Volte berichtet auch Ruhr24*.

Man wolle in den kommenden Wochen weitere Erinnerungen an die Nutzer senden. Nach ein „paar Wochen“ werde der Hinweis schließlich dauerhaft angezeigt, heißt es. WhatsApp-User, die den neuen Nutzungsbedingungen bis Samstag nicht zugestimmt haben, können die App also in vollem Umfang weiternutzen. Vorerst, denn einen neuen Kulanzzeitraum hat Whatsapp nicht näher definiert. *Ruhr24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ritchie B. Tongo/dpa

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