Wichtiger Geburtstag: Mit 65 ändert sich für Senioren einiges

- Ob Rente, Steuern oder Versicherungen - mit dem 65. Geburtstag ändert sich einiges. Senioren sollten sich frühzeitig erkundigen, worauf sie achten müssen, damit die Rente pünktlich kommt und keine überflüssigen Versicherungen gezahlt werden. Hier das Wichtigste im Überblick.

Antrag für Rente rechtzeitig abschicken

"Wer pünktlich zum 65. Geburtstag die erste volle Rente erhalten will, muss rechtzeitig den Antrag stellen", empfiehlt Renate Thiemann, Sprecherin der Deutschen Rentenversicherung in Berlin. Denn automatisch wird die Rente nicht überwiesen. Zudem beträgt die Bearbeitungsdauer mindestens drei bis vier Monate. Für die Beantragung reicht zunächst ein formloses Anschreiben an den Rentenversicherungsträger, dem ein formularmäßiger Antrag folgen muss. Vordrucke gibt es bei den Versicherungsstellen oder auch auf der Webseite www.deutsche-rentenversicherung.de.

Die Höhe der Rente überprüfen

Um Überraschungen zu vermeiden, rät Thiemann im Vorfeld zu einer Kontenklärung: "So können Sie unberücksichtigte Zeiten in der Rentenermittlung entdecken und die fehlenden Unterlagen einreichen." Wer bereits vor dem 65. Geburtstag Rente erhalten hat und Abschläge akzeptieren musste, etwa bei einer Frührente, behält die einmal errechnete Kürzung. Anders verhält es sich bei EU-Renten: "Erwerbsminderungsrenten werden auf Antrag in normale Altersrenten umgewandelt."

Eine Steuererklärung bleibt Pflicht

Wenn das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag von 7664 Euro für Ledige beziehungsweise 15 328 Euro für Verheiratete übersteigt oder neben der gesetzlichen Rente Einkünfte aus Arbeitslohn oder eine Werksrente erzielt werden, müssen Rentner eine Steuererklärung machen. Im Zweifelsfall erteilen die Finanzämter darüber Auskunft, ob eine Steuererklärung abzugeben ist.

Für jeden Rentenjahrgang wird der steuerpflichtige Teil der Rente neu festgelegt. Für Neurentner des Jahres 2007 beträgt der steuerfreie Anteil 46 Prozent. "Dieser steuerfreie Beitrag, der aus der Rente des Folgejahres ermittelt wird, ändert sich nicht mehr", erklärt Clemens Teschendorf von der Senatsverwaltung für Finanzen in Berlin.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Altersrente sind Pensionen und Kapitalleistungen aus Unterstützungskassen voll steuerpflichtig und unterliegen dem Lohnsteuerabzug. "Auch Renten aus Pensionskassen und Direktversicherungen werden wie Leistungen aus privaten Rentenversicherungen zur Besteuerung herangezogen", sagt Teschendorf. Renten aus der Gesetzlichen Unfallversicherung, Kriegs- sowie Wehrdienst- und Zivildienstbeschäftigtenrenten und die Wiedergutmachungsrenten sind laut dem Bund der Steuerzahler steuerfrei.

Viele Versicherungen laufen aus

Auch bei den Versicherungen tut sich etwas. "Mit dem 65. Geburtstag verändert sich aber nicht schlagartig der Versicherungsbedarf von Senioren", sagt Gabriele Zeugner, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung, die mit dem Renteneintritt nicht mehr benötigt wird, läuft in der Regel automatisch und spätestens bis zum 67. Lebensjahr aus. Auch Besitzer von Kapitallebensversicherungen oder privaten Rentenversicherungen erhalten Post.

Welche Policen unwichtig werden

Wer weiterhin für eine private Unfallversicherung Beiträge zahlt, sollte genau über den Nutzen dieser Police nachdenken: "Eine Unfallversicherung ist zum Renteneintritt weniger wichtig, da durch die regelmäßige Altersrente bei einem Unfall keine Gehaltseinbußen mehr drohen", sagt Zeugner. Auch der Abschluss einer Seniorenpolice mit altersbezogenen Zusatzleistungen, etwa einer Versorgung durch eine Haushaltshilfe, sollte gut überlegt sein: "Wenn das angesparte Vermögen und die Altersrente eine gute Absicherung bieten, sind solche Versicherungen nicht dringend erforderlich."

Pflegeschutz wird empfohlen

Immer wichtiger wird der Abschluss einer Pflege-Zusatzversicherung, sagt Barbara Keck von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen in Bonn. Das Risiko, pflegebedürftig zu werden, nehme mit steigendem Alter erheblich zu, und die gesetzliche Pflegeversicherung reiche zur Abdeckung der Kosten oft nicht aus. Eine Zusatzversicherung leistet eine Pflege über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus und schützt vor der Abhängigkeit von Sozialhilfe. Wer jedoch erst mit 65 eine Police abschließt, muss mit hohen Beiträgen rechnen. Zeugner rät deshalb zum frühzeitigen Entschluss. "Je jünger und gesünder Sie sind, desto günstiger ist die Versicherung."

Weitere Informationen erteilt das kostenlose Info-Telefon der Deutschen Rentenversicherung unter 0800 / 10 00 48 00.

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