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Neue Lampen – und schon wirkt das Gemüse frischer: Die neuen Aldi-Märkte passen gut zur Image-Offensive des Konzerns.

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Wie Aldi weg vom Billig-Image will

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Mühlheim an der Ruhr - Designer-Mode, neue Filialen - und jetzt Babynahrung von Markenherstellern. Aldi will sein Billig-Image abschütteln.

Vor rund zehn Jahren glaubte sogar der Handelsverband Bayern, das Ende der Discounter sei gekommen – das Gegenteil ist eingetreten: Die Billig-Händler zeigten sich überraschend robust, trotz Konkurrenzdrucks liegt ihr Marktanteil im bayerischen Lebensmitteleinzelhandel bei rund 40 Prozent. Mehr noch: Aldi, Marktführer im Billig-Segment, erfindet das Discount-Geschäft gerade neu.

Die jüngste Offensive: Bei Aldi Süd steht künftig Babynahrung von Milasan im Regal. Der Konzern will in den kommenden Wochen 22 Produkte der Alete-Zweitmarke und zusätzlich fünf Produkte von Penaten listen. Neben Anfangsmilch und Bio-Gemüsegläschen verkauft Aldi den „Quetschbeutel rote Früchte“.

Nach Angaben der Lebensmittelzeitung ist Aldi damit einer der letzten großen deutschen Lebensmitteleinzelhändler, der mit Babynahrung Geld verdienen will. Rund eine Milliarde Euro werden pro Jahr in Deutschland mit Babynahrung umgesetzt, so die Zeitung. Aldi wagt nun einen zweiten Versuch: Vor zehn Jahren ist der Konzern schon einmal gescheitert, eine Bio-Eigenmarke für Babynahrung zu verkaufen, berichtet das Branchenblatt. Jetzt soll die Markterschließung mit einem Markenartikel gelingen.

Schleichend nimmt Aldi eine Marke nach der anderen ins Sortiment. Ist der Discounter langfristig auf dem Weg zum Vollsortimenter? Nein, sagt Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern. „Der Markenkern von Aldi sind günstige Produkte.“ Daran werde sich in Zukunft nichts ändern. Ein Vollsortimenter wie Rewe oder Edeka habe bis zu 40 000 Artikel gelistet – ein Discounter rund 800. „Aber mit Markenartikeln sagt Aldi den Vollsortimentern den Kampf an“, so Ohlmann. Gleichzeitig habe der Konzern Drogerieketten wie Rossmann oder dm ins Visier genommen.

Und noch einen Nebeneffekt haben die Marken: Das Image wird aufpoliert, und Aldi nimmt gerade viel Geld in die Hand, um das Bild vom Billig-Händler zu korrigieren. Im April überraschte Aldi seine Kundinnen mit einer Modekollektion, entworfen von der Designerin Jette Joop. Die Mode verkaufte sich offenbar prächtig, Aldi legte mit einer Herbstkollektion nach. Im Mai stellte Aldi Süd in Unterhaching (Landkreis München) ein neues Filial-Konzept vor: Aufgehübschte Regale, breitere Gänge, das Obst- und Gemüse wird von Scheinwerfern mit warmer Farbtemperatur bestrahlt. Seit kurzem schaltet Aldi sogar Fernsehwerbung – als letzter großer Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland, Erzrivale Lidl macht das längst. In den neuen Spots präsentiert sich Aldi als Hort des entschleunigten und entspannten Einkaufens in einer von Stress und Hektik geprägten Konsumwelt.

Gestern kündigte Aldi an, 345 Millionen Euro in seine britischen Märkte zu investieren. Offenbar bleibt die Offensive nicht nur auf Deutschland beschränkt.

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