Wiedeking verteidigt Einstieg bei Volkswagen

- Stuttgart - Die Erfolgsfahrt von Porsche hält unverändert an. Der Stuttgarter Sportwagenbauer hat im ersten Geschäftshalbjahr Gewinn und Umsatz stärker als erwartet gesteigert und nimmt Kurs auf die Rekord-Absatzmarke von 100 000 Fahrzeugen. Das Unternehmen erwarte im Geschäftsjahr 2005/06 den Verkauf von deutlich mehr als 90 000 Autos (Vorjahr: 88 379), sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf der Hauptversammlung.

Er sei angesichts der jüngsten Modellpalette in der Unternehmensgeschichte für das Gesamtjahr zuversichtlich. Die Profitabilität werde trotz der "enormen Entwicklungsaufwendungen" für den neuen Sportwagen Panamera und den Hybrid-Antrieb wieder ein hohes Niveau erreichen.

Wiedeking verteidigte den 3,5 Milliarden Euro teuren Einstieg bei Volkswagen erneut als Beitrag zur Zukunftssicherung sowohl von Porsche, als auch von VW. Damit sei zudem der mögliche Einfluss von Investmentfonds gebremst worden, deren Interessen oft nichts mit denen von VW und den Arbeitnehmern gemein hätten. "Und wir handelten auch aus Liebe zum Automobil", sagte Wiedeking in Anlehnung an einen Volkswagen-Werbeslogan.

Das Vorsteuerergebnis stieg im ersten Halbjahr um 11,3 Prozent auf 274 Millionen Euro an. Der Umsatz legte zwischen August und Januar um 15 Prozent auf 3,25 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis nach Steuern kletterte um 13 Prozent auf 167,5 Millionen Euro. Porsche setzte vom 1. August bis Ende Januar weltweit 41 750 Fahrzeuge ab, 16,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die neue Generation von 911er und Boxster kommt im Markt bestens an: Vom 911er wurden 14 800 Einheiten verkauft, ein Plus von 20,2 Prozent. Die Boxster-Baureihe legte einschließlich des Cayman S um 155 Prozent auf 9740 Fahrzeuge zu. Im Rückwärtsgang fährt der Geländewagen Cayenne, dessen Absatz um 12,2 Prozent auf 16 960 Fahrzeuge fiel.

Die Option zum Erwerb weiterer 3,4 Prozent VW-Stammaktien hat Porsche noch nicht gezogen. Es gebe dafür keinen Zeitplan, sagte Finanzchef Holger Härter. Derzeit hält Porsche rund 18,5 Prozent und ist vor dem Land Niedersachsen größter Aktionär bei Volkswagen.

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