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Eine Ärztin hält ein Stetoskhop in der Hand. An den kommunalen Kliniken stehen die Zeichen wieder auf Streik.

Wieder Klinik-Streik? Tarifverhandlungen gescheitert

Düsseldorf - An den kommunalen Kliniken drohen demnächst Ärztestreiks. Der Marburger Bund erklärte am Donnerstagabend die Tarifverhandlungen in Düsseldorf für gescheitert.

Nun will die Gewerkschaft die Urabstimmung einleiten und danach zu Streiks aufrufen. Ein genauer Zeitrahmen wurde zunächst nicht genannt. Die Arbeitgeber kritisierten das Vorgehen der Gewerkschaft scharf. “Dieses Vorgehen ist in Inhalt und Stil in keiner Weise akzeptabel“, erklärte Joachim Finklenburg, Verhandlungsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Der Marburger Bund haben keinen “ernsthaften Einigungswillen“ gezeigt. Die Ärztegewerkschaft warf ihrerseits den Arbeitgebern vor, den Arbeitskampf mit ihrer Unbeweglichkeit provoziert zu haben. Auch nach fast 48 Stunden Verhandlungen habe sich in der fünften Runde keine Möglichkeit eines Kompromisses gezeigt. “Die Arbeitgeber haben den Ernst der Lage nicht erkannt. Wir haben alles in die Waagschale gelegt, um zu einer Einigung auf dem Verhandlungswege zu kommen“, teilte der Verhandlungsführer des Marburger Bundes, Lutz Hammerschlag, mit. Die Gewerkschaft verlangt für die 55.000 Ärzte an rund 800 kommunalen Kliniken neben einer linearen Gehaltserhöhung um fünf Prozent auch Verbesserungen bei der Vergütung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen.

Vom Tisch gewischt

Die Arbeitgeber boten den Ärzten zuletzt eine Gehaltserhöhung von 2,9 Prozent bei einer Laufzeit von 36 Monaten an. Die Vergütung des Bereitschaftsdienstes sollte demnach zwischen 16 und 20 Prozent steigen, zusätzlich sollten Zuschläge für Nachtarbeit eingeführt werden. Dieses Angebot sahen laut VKA beide Seiten als Weg für einen Abschluss. Die VKA warf dem Marburger Bund vor, am Nachmittag das Erreichte vom Tisch gewischt zu haben. “Es ist nicht akzeptabel, dass Gehalt eines Arztes doppelt so hoch steigen zu lassen soll wie das der Krankenschwester“, betonte Finklenburg. “Ärzte sind die Berufsgruppe, die nicht nur in den Krankenhäusern, sondern auch im Vergleich zu anderen Akademikergruppen bereits jetzt am besten verdienen.“ Der Marburger Bund erklärte, die Ärzte hätten einen “Nachholbedarf“ an Erhöhungen. Verglichen mit anderen Ländern wie der Schweiz würden deutsche Klinikärzte nicht leistungsgerecht bezahlt. Die Tarifverhandlungen begannen am 18. Januar. Um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, traten am 22. März Tausende Mediziner in einen Warnstreik.

apn

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