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Im Handel setzen Discounter nach wie vor die größte Menge Fisch um und haben einen Marktanteil von 49 Prozent. Foto: Patrick Pleul

Es wird wieder mehr Fisch in Deutschland verzehrt

Fisch wird in Deutschland gern gegessen, aber die Vorlieben ändern sich. Was schnell zu verzehren ist, kommt auf den Teller - auch wenn die Produkte teurer sind, wie das Fischinformationszentrum festgestellt hat. Der WWF warnt vor Überfischung der Meere.

Hamburg (dpa) - Die Verbraucher in Deutschland haben im vergangenen Jahr wieder etwas mehr Fisch gegessen. Sie greifen dabei öfter zu frischer Ware. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 14 Kilogramm nach 13,8 Kilogramm im Vorjahr, wie das Fischinformationszentrum (FIZ) am mitteilte.

Der Anstieg der Haushaltsausgaben um 1,4 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zeige, dass Fisch und Meeresfrüchte beliebte Lebensmittel sind, bilanzierte der FIZ-Vorsitzende Thomas Lauenroth. Parallel dazu forderte der World Wide Fund For Nature (WWF) in Deutschland die Verbraucher dazu auf, Produkte aus umweltschonender Fischerei zu kaufen.

In diesem Jahr geht das FIZ weiter von einem stabilen Verbrauch aus. Produktangebote wie vorverpackter Fisch im Kühlregal und kleinere Verpackungsgrößen hätten dem Markt Impulse gegeben. "Es wird nicht mehr so viel auf Vorrat gekauft", sagte FIZ-Geschäftsführer Matthias Keller. Das zeige sich an einem rückläufigen Absatz von Tiefkühlware. 2014 wurde die Hälfte des Verbrauchs noch durch Tiefkühl-Fischprodukte (Anteil 30 Prozent) sowie Marinaden und Fisch-Konserven (26 Prozent) abgedeckt.

"Der Convenience-Trend geht weiter. Die Verbraucher wollen Fisch-Produkte haben, die sie nicht erst auftauen, sondern schnell zubereiten und verzehren können", berichtete Keller. Der Preis für solche gekühlten Produkte liegt nach seinen Angaben derzeit bei durchschnittlich rund 13,85 Euro je Kilogramm verglichen mit 6,83 Euro pro Kilo für Tiefgefrorenes. Es würden höherpreisige Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse gekauft, bilanzierte das FIZ. "Sushi ist im Handel ein Schnelldreher", sagte Keller.

Die WWF-Fischereiexpertin Karoline Schacht verwies darauf, dass weltweit fast 30 Prozent der Bestände überfischt seien, und fast 60 Prozent bis an ihre biologische Grenze bewirtschaftet würden. Vor allem Thunfisch sei davon betroffen.

"Die globale Fischerei hat kein Steigerungspotenzial mehr, wir müssen also schonend mit den Fischgründen umgehen." Im Importland Deutschland stammen laut WWF nur zwölf Prozent des Nahrungsmittels aus einheimischer Fischerei. Oft käme es aus Entwicklungs- und Schwellenländern, wo die Menschen von den Erträgen ihres Küstenmeeres abhängig sind.

Erstmals gab es in der Rangfolge beim Fischeinkauf pro Kopf einen Wechsel in der Spitze: Mecklenburg-Vorpommern hat sich mit 6,8 Kilogramm (zuvor: 6,5 kg) vor Hamburg mit 6,3 (6,7) Kilogramm geschoben. An dritter Stelle liegt Schleswig-Holstein mit unverändert 6,2 Kilogramm. An vierter und fünfter Stelle folgen Sachsen (5,7 kg) und Berlin (5,4). Am beliebtesten war erneut der Alaska-Seelachs - Grundlage vieler Tiefkühl-Erzeugnisse - vor Lachs und Hering, gefolgt von Thunfisch und Forelle.

Im Handel setzen zwar Discounter nach wie vor die größte Menge um und haben einen Marktanteil von 49 Prozent. Dieser ging aber leicht zurück, wovon die Super- und Verbrauchermärkte mit leichtem Zuwachs auf 36,9 Prozent profitierten. Dafür legten die Discounter anteilig beim Umsatz leicht von 40,2 Prozent auf 40,8 Prozent zu.

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