+
Ryanair sagt wegen Streiks weitere Flüge für Freitag ab.

Flüge werden gestrichen

Streik bei Ryanair hat begonnen - das sind die Auswirkungen

An diesem Freitag beginnen in einigen Bundesländern die Ferien - und bei Ryanair wird wieder gestreikt. Auch deutsche Piloten und Flugbegleiter beteiligen sich an dem neuerlichen europaweiten Ausstand. Die Billigairline streicht vorsorglich Flüge.

Frankfurt/Dublin - Passagiere des Billigfliegers Ryanair sind an diesem Freitag erneut von Streiks des fliegenden Personals betroffen. Gewerkschaften in sechs europäischen Ländern haben zu der neuerlichen Streikwelle aufgerufen. In Deutschland beteiligen sich die Piloten der Vereinigung Cockpit (VC) und die bei Verdi organisierten Flugbegleiter. Wie viele Flüge tatsächlich ausfallen, blieb aber zunächst unklar.

Das Unternehmen hat vergleichsweise wenige Flüge für den Freitag gestrichen, der auf den Ferienbeginn in einigen deutschen Bundesländern fällt. Neben 150 abgesagten Europaflügen sollten nach Aussage von Marketing-Chef Kenny Jacobs noch einmal 35 bis 45 Verbindungen von und nach Deutschland gestrichen werden. Später hieß es dann auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, es seien nach der VC-Ankündigung „weniger als 100“ Flüge abgesagt worden.

Eine Gewerkschaftsvertreterin nannte am frühen Freitagmorgen deutlich höhere Zahlen. Man rechne im Laufe des Tages mit deutschlandweit 250 gestrichenen Flügen, sagte Mira Neumaier von Verdi. Die Streikbeteiligung sei sehr hoch. „Es gab starke Einschüchterungen seitens des Unternehmens. Insofern ist es großartig, dass sich die Kollegen beteiligen“, so Neumaier.

Verdi mit Kundgebungen an größten Ryanair-Standorten

Bei einer vorangegangenen Streikwelle ähnlicher Dimension im August hatte Ryanair europaweit rund 400 Flüge aus dem Programm mit täglich mehr als 2400 Verbindungen genommen. Auf Deutschland waren damals 150 abgesagte Flüge entfallen. Belgische Gewerkschaftsvertreter haben dem Management nun vorgeworfen, mit den knappen Streichungen Chaos für Passagiere und Personal an den Flughäfen zu provozieren.

An den beiden größten deutschen Ryanair-Basen in Frankfurt und Berlin hat Verdi für den Vormittag Kundgebungen angekündigt, zu denen auch Teilnehmer aus anderen Standorten erwartet werden. In Berlin will Verdi-Chef Frank Bsirske zu den Streikenden sprechen. Verdi beteiligt sich zum zweiten Mal an den Streiks bei Ryanair, für die VC-Piloten ist es das dritte Mal.

An dem zweiten europaweiten Streik von Piloten und Flugbegleitern sind Beschäftigte aus Spanien, Portugal, Belgien, Italien, den Niederlanden und Deutschland beteiligt. Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen.

Ryanair ist der größte Billigflieger Europas. Die einheitlichen Boeing 737-Maschinen fliegen mehr als 215 Flughäfen in 37 Ländern an und operieren von 86 Basen in Europa und Nordafrika. Das hochprofitable Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 14 500 Menschen. Im Geschäftsjahr 2017/2018 machte das Unternehmen bei 7,15 Milliarden Euro Umsatz einen Gewinn von 1,45 Milliarden Euro.

Lesen Sie auch: Mann will unbedingt noch seinen Flieger erwischen - dann wird es richtig skurril

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Fed-Chef Powell stellt erneut Leitzinssenkung in Aussicht
Paris (dpa) - US-Notenbankchef Jerome Powell hat erneut seine grundsätzliche Bereitschaft für eine Lockerung der Geldpolitik erklärt.
Fed-Chef Powell stellt erneut Leitzinssenkung in Aussicht
Dax rettet nur Teil seiner Gewinne ins Ziel
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag seine zwischenzeitlich deutlicheren Gewinne nicht halten können. Auch mangels Rückenwinds von der Wall Street behauptete …
Dax rettet nur Teil seiner Gewinne ins Ziel
Störung: Kunden von O2 kämpften bundesweit mit massiven Problemen
Kunden von O2 kämpften am Freitag mit massiven Problemen beim Telefonieren. Die Ursache der Störung ist noch völlig unklar. 
Störung: Kunden von O2 kämpften bundesweit mit massiven Problemen
Nach Entspannung im Handelskrieg: Huawei wieder auf Kurs
Spionage-Vorwürfe und Anti-China-Rhetorik der US-Administration hat am guten Ruf des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei so einige Kratzer hinterlassen. Ein …
Nach Entspannung im Handelskrieg: Huawei wieder auf Kurs

Kommentare