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Verdi fordert von Amazon, die Beschäftigten nach dem Tarifvertrag für den Versand- und Einzelhandel zu bezahlen. Foto: Nick Ansell

Dauer-Tarifstreit

Rund 2000 Amazon-Mitarbeiter streiken an sechs Standorten

Neue Runde im langwierigen Tarifstreit bei Amazon: Nach Aufruf der Gewerkschaft Verdi haben rund 2000 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Sie fordern einen Tarifvertrag. Ein Ende der regelmäßigen Streiks ist nicht in Sicht.

Leipzig (dpa) - Im Dauer-Tarifstreit beim Online-Versandhändler Amazon haben am Montag nach Gewerkschaftsangaben gut 2000 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt.

Betroffen waren die sechs Standorte im hessischen Bad Hersfeld, Leipzig, Graben nahe München, im niederrheinischen Rheinberg, Werne und Koblenz, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Amazon betreibt nach eigenen Angaben neun Logistikzentren in Deutschland.

Zwar habe Amazon die Löhne zuletzt geringfügig erhöht, teilte Verdi mit. "Die Anhebungen bleiben aber deutlich hinter der Branchenentwicklung und den Forderungen der Gewerkschafter zurück", sagte Thomas Voß, der bei der Gewerkschaft für den Versand- und Onlinehandel zuständig ist, laut Mitteilung.

Verdi fordert von Amazon, die Beschäftigten nach dem Tarifvertrag für den Versand- und Einzelhandel zu bezahlen. Im Einzelhandel seien die Entgelte zuletzt um 2,3 Prozent angehoben worden. Für das kommende Jahr sei eine weitere Steigerung um zwei Prozent vereinbart, teilte Verdi mit. Amazon bleibe hinter dieser Einigung deutlich zurück. Das Unternehmen verweigert nach Angaben der Gewerkschaft die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Auch in Zukunft wolle man mit Streiks weiter Druck aufbauen, sagte Voß. Seit 2013 kommt es bei Amazon immer wieder zu Arbeitsniederlegungen.

Man könne auch ohne Tarifvertrag ein guter Arbeitgeber sein, teilte Amazon mit. Das durchschnittliche Brutto-Gehalt nach 24 Monaten bei Amazon betrage für die Mitarbeiter 2483 Euro pro Monat. Außerdem hätten die Beschäftigten Anspruch auf zusätzliche Leistungen wie Aktien, leistungsbezogene Boni und Sondervergütung für Überstunden.

Die Arbeitsniederlegungen führten nicht dazu, dass Lieferungen zu spät kämen. Um das zu gewährleisten, nutze Amazon das europäische Logistiknetzwerk, bestehend aus 31 Logistikzentren in sieben Ländern.

Die gewerkschaftspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Jutta Krellmann, warf Amazon ein "obszönes Dumpingmodell" vor. "Die Gewinne im Onlinehandel sprudeln und die Verkaufsflächen explodieren. Es ist an der Zeit, dass die Mitarbeiter partizipieren", teilte sie mit.

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