Öl wieder teurer

- Hamburg - Der kräftige Preisrutsch beim Rohöl hat sich zum Wochenende nicht fortgesetzt. Am Freitag kostete ein Barrel (159 Liter) leichtes Rohöl der US-Sorte WTI am Warenterminmarkt Nymex im Handelsverlauf 61,81 Dollar und damit 45 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag in New York. Ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent zog auf 59,21 Dollar (plus 84 Cent) an. Langfritsig erwartet die Internationale Energieagentur (IEA), dass die Rekordmarken um 70 Dollar pro Barrel nicht wieder erreicht werden.

Am Donnerstag war der Ölpreis in New York mit 60,70 Dollar auf den tiefsten Wert seit dem 4. August gesunken. Auch der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) war mit im Durchschnitt 54,27 Dollar (minus 1,59 Dollar) auf den niedrigsten Stand seit Ende Juli gefallen. Händler hatten Anzeichen für eine Abschwächung der Nachfrage in den USA als Grund genannt.

Die leichten Bewegungen am Ölmarkt führten zu kaum nennenswerten Preisänderungen an den Tankstellen. Die bundesweiten Durchschnittspreise lagen nach Angaben des EnergieInformationsdienstes EID bei ungefähr 1,35 Euro für einen Liter Superbenzin (Diesel: 1,15 Euro). Damit seien die Tankstellenpreise gegenüber der Vorwoche um drei Cent je Liter gefallen. Auch Heizöl verbilligte sich im Vergleich zur Vorwoche von 67,50 Euro auf 65,10 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, Durchschnitt von 14 Städten).

 Die steigende Nachfrage und Produktionsausfälle durch Hurrikans in den USA hatten den Preis für die Sorte WTI im August erstmals über 70 Dollar getrieben. "Wenn man sich nur die Fundamentaldaten anschaut, dann gibt es keinen Grund, dass wir noch einmal Preise von 70 Dollar je Barrel erleben müssen", sagte der IEA- Chefökonom Fatih Birol der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Preise zwischen 15 und 30 US-Dollar - wie vor vier oder fünf Jahren - werde es aber nicht mehr geben.

Zum bisherigen Preisrückgang beigetragen habe die Freigabe von bis zu 60 Millionen Barrel aus der strategischen Ölreserve der 26 Mitgliedstaaten der IEA nach den schweren Wirbelstürmen in den USA, sagte Birol. "Das hat die Märkte einigermaßen beruhigt." Gleichzeitig dämpfe der hohe Ölpreis das weltweite Wirtschaftswachstum 2005 um etwa 0,8 Prozentpunkte und verlangsame damit den Anstieg der Nachfrage. Auch Effizienzgewinne und ein sparsamerer Umgang mit Energie angesichts der hohen Kosten ließen die Preise sinken.

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