Wienerwald: Jetzt auch noch Streit um die Marke

- München - Der Wienerwald lichtet sich. In den nächsten Monaten will die insolvente Hendlkette bis zu zehn Restaurants schließen und ein weiteres Dutzend abgeben. Das Insolvenzverfahren gestaltet sich schwieriger als befürchtet - die Markenrechte fehlen. Die letzte Chance zur Sanierung des traditionsreichen Unternehmens hängt an einem seidenen Faden.

<P>Im Juni hatte die AG Insolvenzantrag gestellt. Hühnerpest und Burger-Konkurrenz hatten die Umsätze untergraben. Lieferantenschulden in Millionenhöhe waren aufgetürmt. Hinzu kommen Darlehen vom Eigentümer, der Investorengruppe Altacon, Rückstände bei Verpächtern, Arbeitsamt und Fiskus. Nun hilft nur ein harter Schnitt.<BR><BR>Nur zwölf bis 15 der bisher 38 Eigenbetriebe sollen bundesweit bleiben, sagte Insolvenzverwalter Eckhart Müller-Heydenreich unserer Zeitung. Der Rest wird bis spätestens 31. März an Franchise-Nehmer gegeben oder dicht gemacht, die Mitarbeiter dort gekündigt. Kriterium seien die Rentabilität und der Erfolg bei Nachverhandlungen über die Pacht. Es müsse aber noch mehr geschehen.<BR><BR>"Wenn Wienerwald eine Zukunft haben soll, muss mehr geschehen."<BR>Insolvenzverwalter Müller-Heydenreich</P><P>Der Insolvenzplan zur Entschuldung soll in Kürze eingereicht werden, ist aber mit dicken Fragezeichen versehen. "Das größte Hemmnis ist die Tatsache, dass die Markenrechte nicht da sind", sagt der Insolvenzverwalter: Er brauche diese Rechte, und zwar schnell. Mitte 2002 waren die Markenrechte an eine Altacon-Tochter verkauft worden, und zwar "sicher nicht zu billig", wie ein Beteiligter sagt. Ein Gutachter hatte eigens den Wert der Marke taxiert. Der Käufer stellte der AG frisches Geld zur Verfügung, sagt Peter Wichelhaus, in den Vorstand beorderter Aufsichtsrat bei Wienerwald und gleichzeitig Geschäftsführer von Altacon: "Wienerwald brauchte primär Liquidität."<BR><BR>Hinter den Kulissen wird um die Rechte gerungen. Ohne Rückübertragung werde eine optimale Lösung sehr erschwert, sagt Anwalt Müller-Heydenreich. Wichelhaus kündigt an, man werde sich schon einigen können, "wenn es der Sache dient". Verschenken will die Altacon-Tochter die Markenrechte aber wohl kaum. Sie abkaufen, das sagt wiederum Müller-Heydenreich, "das werde ich nie tun. Die sollten mir die Rechte wiedergeben."<BR><BR>Unterdessen verhandeln Wienerwald-Spitze und Insolvenzverwalter weiterhin mit Investoren. Mit der in Privatbesitz befindlichen österreichischen Wienerwald GesmbH, die einen Einstieg erwägt hatte, habe man noch nicht gesprochen, sagt Müller-Heydenreich. Das Haupthindernis bei Gesprächen: wiederum die Markenrechte.<BR><BR>Der Betrieb läuft unterdessen weiter. Die bisherigen 35 Franchise-Nehmer, darunter das Wiesn-Zelt, seien von der AG-Insolvenz überhaupt nicht betroffen. Müller-Heydenreich sagt, seit seinem Einschreiten Mitte Juni seien alle Rechnungen bezahlt worden, "so weit wir sie bezahlen mussten". Der Betrieb laufe stabil, man schneide nun "die schlechten Triebe ab".</P><P> </P><P><BR> </P>

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