Wiesn-Gutschein für Hausmeister als Nebenkosten auf Mieter umlegbar

München - Die Kosten für Oktoberfestgutscheine für den Hausmeister können vom Vermieter als Nebenkosten auf den Mieter umgelegt werden. Die Gutscheine stellten eine arbeitsrechtliche Sonderzahlung dar, entschied das Amtsgericht München in einem am Montag veröffentlichten Urteil (Az.: 424 C 22865/06).

Die Kosten seien daher zu den geldwerten Leistungen des Eigentümers an den Hauswart zu rechnen und somit umlagefähig. Die Vermieter hatten vor zwei Jahren ihrem Hausmeister Gutscheine für eine halbes Hähnchen sowie eine Maß Bier gegeben und die Kosten von 15,10 Euro auf die Mieter umgelegt. Eine Mieterin weigerte sich, zu bezahlen - die Vermieter klagten.

Das Gericht argumentierte, in München sei es nicht nur weit verbreitet, sondern geradezu üblich, seinen Arbeitnehmern für einen gemeinsamen Wiesn-Besuch Gutscheine für Getränke und Nahrungsmittel umsonst zu überlassen. Für die Reservierung eines Sitzplatzes in einem der Bierzelte auf dem größten Volksfest der Welt seien sogar drei Gutscheine - für ein halbes Hähnchen und für zwei Maß Bier - nötig. Gemessen daran hätten die Vermieter mit einem Gutschein für nur eine Maß sogar besonders sparsam gehandelt. Die Grenze der Umlagefähigkeit bilde der Wirtschaftlichkeitsgrundsatz, der Maßstab sei das Handeln einen wirtschaftlich denkenden, vernünftigen Wohnungsvermieters.

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