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Nach der Wahl in Brasilien

Deutsche Bank in der Kritik

Wild: Börsen feiern Merkels Abschied - und Wahl des Ultrarechten Bolsonaro

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Die Wahl des Ultrarechten Bolsonaro zum brasilianischen Präsidenten sorgt an den Börsen für gute Laune - auch bei der Deutschen Bank. Das sorgt für Kritik.

Frankfurt/Main - Dass die Entwicklungen an den Börsen viel mit Bauchgefühlen, Spekulationen und Tagesstimmungen zu tun hat, ist bekannt. Was sich am Montag an den Finanzmärkten abspielte, wirkte auf viele Beobachter aber dennoch verstörend.

Denn die Märkte reagierten nicht nur auf den Abschied von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit steigenden Kursen - sondern auch auf die Kür des Rechtsextremisten Jair Bolsonaro zum Präsidenten Brasiliens. Laut einem Bericht von Spiegel Online stieg der brasilianische Leitindex sogar auf ein Rekordhoch.  

Ultrarechter will Privatisierungen - Freude an der Börse

Grund sei die Hoffnung auf Privatisierungen, hieß es. Bolsanaro, der die Militärdiktatur von 1964 bis 1985 bewundert und verherrlicht, preist sich als "Saubermann" an. Der ehemalige Fallschirmjäger und Hauptmann der Reserve sorgt immer wieder mit rassistischen, frauenfeindlichen und homophoben Äußerungen für Empörung. Bolsonaro will den Zugang zu Waffen erleichtern, wichtige Ministerien mit Militärs besetzen und möglicherweise aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen.

Ob die Freude an den Börsen berechtigt ist, zweifeln einige Experten an. „Den derzeit positiven Ausblick der Investoren teilen wir überhaupt nicht“, sagte Helge Müller, Brasilienspezialist bei Genève Invest Focus Online. So könne die Privatisierung des staatlichen Ölriesen Petrobras das Land längerfristig schwer treffen: „Brasilien fehlen dann dauerhaft wichtige Einnahmen und Devisen“.

Besonders bemerkenswert: Die Deutsche Bank empfahl Bolsonaro vor der Wahl in einem Newsletter sogar als „vielversprechenden Kandidaten“, wie unter anderem das Portal bento berichtet - und in einem Tweet als „Wunschkandidat der Märkte“.

Eine Äußerung, die unter anderem den Parlamentarischen Geschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, heftig erzürnte. „Die Nieten in Nadelstreifen bei der Deutsche Bank AG, die mit ihren Kumpels die Welt fast an den Abgrund gezockt haben, jubeln“, twitterte er am Montag.

Bolsonaro war „Wunschkandidat“ in Brasilien - beim CDU-Vorsitz ist es offenbar Friedrich Merz

Weniger brisant scheinen die Entwicklungen an der Frankfurter Börse. Auch hier hatten die Händler aber eine klare Meinung: Der Dax stieg nach Merkels Ankündigung deutlich. Auslöser dafür war die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, nach herben Verlusten ihrer Partei bei der Landtagswahl in Hessen den Parteivorsitz abzugeben und sich zum Ende der Wahlperiode 2021 aus der Politik zurückzuziehen. Im späten Handel bröckelten die Kurse - analog zur Wall Street - jedoch ein gehöriges Stück von ihren Tageshochs wieder ab.

„Die Aussicht auf ein Ende der Ära Merkel und eine wirtschaftsfreundliche Führung in der Union dürfte den Dax durchaus beflügeln“, sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. Zudem sollten die Anleger aus dem In- und Ausland die Kandidatur des marktliberalen Friedrich Merz für den Parteivorsitz begrüßen. „Der geordnete Übergang ist zudem ebenfalls positiv zu werten, da Europa angesichts der Probleme speziell in Italien Chaos nicht brauchen kann“, so Saurenz.

fn/dpa/AFP

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