HVB will Deutschlandgeschäft renovieren

- München - Nach der turbulenten Übernahme durch die italienische UniCredit will die HypoVereinsbank jetzt ihr chronisch ertragsschwaches Deutschlandgeschäft auf Vordermann bringen. Im Privatkundenbereich habe die Bank im vergangenen Jahr Kunden verloren, räumte der neue Privatkunden-Chef Willibald Cernko am Donnerstag in München ein. Dieser Trend soll nun umgekehrt werden. "Wir wollen profitabel wachsen." Auch in Bereichen wie Immobilienfinanzierung, Firmenkundengeschäft und Vermögensverwaltung will die HVB ihre Präsenz und die Marktanteile in Deutschland aufbauen.

Laut Cernko hat die HVB in Deutschland derzeit etwa 3,9 Millionen Kunden. Im vergangenen Jahr sei die Zahl um einen niedrigen einstelligen Prozentwert gesunken. Damit hat die HypoVereinsbank eine mindestens fünfstellige Kundenzahl verloren. In einigen Bereichen sei die HVB sehr gut unterwegs, sagte Cernko. Bei den Kunden, die sich von verschiedenen Anbietern aber gezielt einzelne Produkte wie zum Beispiel einen Konsumentenkredit herauspicken, habe die Bank noch Nachholbedarf. Kundenbindung und Kundenzufriedenheit müssten zudem verbessert werden. "Wir möchten die beste Kundenbank in Deutschland werden." Im Privatkundengeschäft will Cernko bis 2008 eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 15 Prozent erreichen. Eine aktuelle Zahl nannte er nicht, der Wert sei aber einstellig.

Firmenkunden-Vorstand Johann Berger kündigte an, sein Bereich wolle vor allem in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg expandieren. "Wir wollen in den Regionen wachsen." Dabei solle auch die Mitarbeiterzahl teils deutlich aufgestockt werden. Der Zusammenschluss mit UniCredit gebe dem Firmenkunden-Geschäft Rückenwind. So könnten die Kunden zum Beispiel besser nach Italien, in die Türkei und nach Osteuropa begleitet werden.

Die HVB insgesamt ist derzeit nach Angaben von Vorstands-Chef Wolfgang Sprißler gut unterwegs. Der Schwung aus 2005 sei mit ins neue Jahr genommen worden. Die Ertragsentwicklung in den ersten beiden Monaten sei sehr zufrieden stellend gewesen. Im Gesamtjahr wolle die Bank auf alter Basis das Betriebsergebnis deutlich steigern. Im vergangenen Jahr hatte die HVB nach Milliardenverlusten die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft.

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