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Opfer der Ölpest: Ein Pelikan im Golf von Mexiko. BP kümmert sich im Angesicht der Ölpest jetzt um die Verringerung der Kursverluste.

BP will drastische Kursverluste stoppen

London - Mitten in der schweren Ölpest vor der US-Küste will der britische Energiekonzern BP den massiven Kursverfall stoppen: Mit einer Extra-Aktion will sich der BP-Chef persönlich um Investoren kümmern.

Investoren und Analysten sollten per Telefonkonferenz besänftigt werden. BP-Chef Tony Hayward wollte am Freitagnachmittag über die wirtschaftliche Lage des Konzerns informieren, außerdem sollte es um den aktuellen Stand der Reparatur am Bohrloch im Golf von Mexiko gehen, wie eine Konzernsprecherin der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Der Konzern hat seit der Explosion auf der Ölplattform “Deepwater Horizon“ am 20. April mit elf Toten deutlich an Wert verloren. Die BP-Aktie brach von ihrem damaligen Kurs von 655,40 Pence um ein Drittel auf rund 449 Pence ein. Die Talfahrt der Aktie beschleunigte sich in dieser Woche, nachdem die “Top Kill“ genannte Aktion zum Stopfen der sprudelnden Ölquelle am vergangenen Wochenende gescheitert war.

Das Investorenbriefing wurde eilig angekündigt, nachdem die US- Ratingagenturen Fitch und Moody's die Kreditwürdigkeit des Unternehmens herabgestuft hatten. Fitch stufte BP von “AA+“ auf “AA“ herab. Konkurrent Moody's nahm seine Einstufung von “Aa1“ auf “Aa2“ zurück. Beide Ratingagenturen halten eine weitere Rückstufung angesichts drohender Milliardenkosten für möglich.

Durch die Herabstufung wird es für BP schwieriger und teurer, sich Geld zu leihen. Der Ölmulti ist eines der weltweit profitabelsten Unternehmen. Er machte in den vergangenen Jahren Milliardengewinne. Im ersten Quartal 2010 steigerte BP seinen Überschuss um 138 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar (rund 4,6 Mrd Euro). Wie viel BP für den Schaden letztlich zahlen muss, weiß derzeit niemand genau. Analysten der Schweizer Bank Credit Suisse rechnen mit Gesamtkosten von bis zu 37 Milliarden Dollar. So viel Gewinn machte der Konzern insgesamt in den vergangenen beiden Jahren.

Die Telefonkonferenz sollte um 15.00 Uhr beginnen. Nach Haywards Vortrag sollte es eine Frage-Antwort-Runde geben. Ursprünglich war eine Videokonferenz geplant.

BP versucht, einen Behälter über dem Leck in 1500 Meter Tiefe zu platzieren, um das Öl danach kontrolliert abzuleiten. Ob der Versuch erfolgreich war, sollte ebenfalls bei der Telefonkonferenz bekanntgegeben werden.

Da das Absägen eines Steigrohrs wegen technischer Probleme nicht sauber ausgeführt wurde, sei es nun schwieriger als geplant, die “Top Cap“ genannte Kappe lückenlos auf das Rohr zu stülpen, räumte Hayward bereits ein. Diverse Anläufe, die schwerste Ölkatastrophe in der US- Geschichte in den Griff zu bekommen, waren schon gescheitert.

US-Präsident Barack Obama reiste erneut in das Krisengebiet. Die US-Regierung schickte BP derweil eine erste Rechnung über 69 Millionen Dollar (rund 57 Millionen Euro) für die Reinigung der mit Öl verschmutzen Strände.

dpa

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