EU will Eigenkapitalregeln für Banken verschärfen

Hamburg - Über die geplante Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften für Banken in der EU sind nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" erste Details bekanntgeworden.

Nach einem vertraulichen Entwurf der EU-Kommission, der der Zeitung vorliege, sollen beispielsweise Banken nur noch maximal ein Viertel ihres Eigenkapitals für Kredite an andere Banken binden dürfen, berichtet die "FTD" in ihrer Montagausgabe.

Zudem wolle Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy erreichen, dass die Institute in Wertpapiere gebündelte Kredite nur noch kaufen können, wenn der Verkäufer davon zehn Prozent in seinen Büchern behält. Diese Anforderung solle mittels der Investoren durchgesetzt werden, so dass sie auch auf Emittenten angewendet werden könne, die nicht europäische Banken sind, heiße es in dem Entwurf. Die Bündelung, Auslagerung und der anschließende Weiterverkauf von Kreditforderungen ist gängige Praxis in der Kreditwirtschaft, die damit Spielraum für neue Kredite schaffen will. Zugleich gelten solche Geschäfte als wichtiger Auslöser der aktuellen Finanzkrise.

Die Bankenverbände haben der "FTD" zufolge bereits in einem Schreiben an McCreevy protestiert. Wenn der Vorschlag durchkomme, werden Kredite in Europa knapp und Kapital für Firmen, Hausbauer und Verbraucher teurer, heiße es in dem der Zeitung vorliegenden Brief. Zudem drohten neue Liquiditätsprobleme im Interbankenhandel.

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