AWD will mit MLP "größten Finanzvertrieb der Welt"

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Frankfurt/Wiesloch (dpa) - Die Konkurrenten AWD und MLP sollen künftig unter dem Dach des Versicherungskonzerns Swiss Life eng zusammenarbeiten.

Die Schweizer sicherten sich am Donnerstag ein MLP-Aktienpaket von 26,74 Prozent, das AWD-Chef Carsten Maschmeyer zuvor in aller Stille zusammengetragen hat. "Jetzt haben wir die Chance, langfristig unter dem Dach der Swiss Life den größten Finanzvertrieb der Welt mit zwei unabhängigen Marken zu bauen", sagte Maschmeyer.

MLP reagierte abweisend. Der Einstieg von AWD sei "ohne Absprache oder gar Zustimmung durch die Gremien der MLP" erfolgt, teilte der AWD-Konkurrent mit.

Die Schweizer unterstrichen, es handle sich nicht um einen feindlichen Übernahmeversuch und warnten MLP vor einer Blockade. "MLP kann letztlich einem Aktionär, der jetzt 27 Prozent der Aktien hält, den Dialog nicht verweigern", sagte Swiss-Life-Chef Rolf Dörig. Ein Übernahmeangebot für den Finanzdienstleister sei "derzeit aber kein Thema", eine Verschmelzung von MLP mit AWD nicht geplant. Weitere MLP-Anteile würde Swiss Life nur noch im Einvernehmen mit dem Finanzdienstleister kaufen. "Das würde nicht mehr so laufen, wie es jetzt geschehen ist." Für die von Maschmeyer übernommenen MLP-Papiere zahlte Swiss Life insgesamt 307 Millionen Euro.

MLP-Gründer und -Aufsichtsratschef Manfred Lautenschläger sieht "keinen Anlass zu einem Dialog mit der Swiss Life über eine Intensivierung der Zusammenarbeit". Eine Kooperation über das bisherige Maß hinaus würde "die Unabhängigkeit und das Geschäftsmodell von MLP nachhaltig gefährden", warnte der Großaktionär. An seinem 32-prozentigen MLP-Anteil werde er uneingeschränkt festhalten. Das Unternehmen zählt vor allem finanzkräftige Akademiker zu seinen Kunden.

Der Schweizer Lebensversicherer hatte bereits 86 Prozent des unabhängigen Finanzdienstleisters AWD für knapp eine Milliarde Euro gekauft, um seine Stellung in der unabhängigen Finanzberatung mit Schwerpunkt Altersvorsorge in Deutschland weiter auszubauen. Allein 232 Millionen Euro gingen damals an AWD-Gründer Maschmeyer und seine Söhne, die zusammen 20 Prozent der AWD-Papiere an die Schweizer verkauften. Die Familie will nun auch ihren Restanteil von 10,46 Prozent an AWD bis Ende 2008 an die Schweizer Mutter veräußern. Deren Anteil steigt damit auf 96,7 Prozent. Die übrigen Aktionäre will Swiss Life abfinden und AWD dann von der Börse nehmen.

Im Gegenzug will Maschmeyer nach AWD-Angaben bei Swiss Life einsteigen. Bis Mitte 2009 will er demnach an der Börse für insgesamt 300 Millionen Schweizer Franken (185 Mio Euro) Aktien des Versicherungsriesen kaufen. Damit werde er rund drei Prozent an dem Unternehmen halten und größter privater Anteilseigner werden.

Die MLP-Aktien hatte Maschmeyer eigenen Angaben zufolge unter anderem von der Berenberg Bank gekauft, die ihren Anteil zuletzt mit gut 10 Prozent angegeben habe. Daneben seien ihm von privaten Investoren MLP-Aktien angeboten worden. Gespräche über eine Kooperation mit MLP habe er bereits vor einigen Monaten auch mit Lautenschläger geführt. "Es gab da auch keine Ablehnung", sagte Maschmeyer. Dagegen betonte Lautenschläger, Vorstand und Aufsichtsrat seien zu dem Ergebnis gekommen, "dass Kooperationen mit AWD keinen Mehrwert für MLP und seine Aktionäre liefern. Diese Einschätzung besteht unverändert weiter."

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