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Eon will große Standorte schließen - Gazprom-Deal droht zu scheitern

Düsseldorf - Eon stehen schwere Zeiten bevor: Durch den Atomausstieg müsste der Energieriese eventuell große Standorte schließen. Eine weitere Hiobsbotschaft kommt aus Russland.

Eon steht durch den geplanten Atomausstieg der schwarz-gelben Bundesregierung und durch den Preisverfall bei Erdgas unter Druck. Im einst sehr profitablen Erdgasgeschäft soll sogar ein operativer Milliardenverlust drohen. Verhandlungen über Preisnachlässe mit der Gazprom blieben bislang erfolglos. Das Unternehmen hatte bereits angekündigt, Teile des Konzerns zu verkaufen.Der Energiekonzern Eon will dem “Spiegel“ zufolge drei große Standorte schließen und hunderte Arbeitsplätze streichen. Betroffen seien die Eon-Energiesparte in München, die Eon-Kraftwerkstochter in Hannover und das einstige Konzern-Juwel Eon-Ruhrgas in Essen. Es gebe dazu bereits einen Vorstandsbeschluss, schreibt das Magazin. Nun drohten Massenentlassungen. “Wir kommentieren den Bericht nicht“, sagte ein Konzernsprecher am Sonntag der dpa, bestätigte aber, dass Eon wegen der “erheblich veränderten Rahmenbedingungen“ Strategie und Aufstellung des Unternehmens überprüfe. “Entscheidungen hierzu sind aber noch nicht gefallen.“

Allerdings sollen nach Angaben des Magazins nicht alle Arbeitsplätze an den genannten Standorten wegfallen: Weiter benötigte Geschäftsbereiche der drei Töchter sollen in die Düsseldorfer Konzernzentrale verlegt werden. Ähnliche Modelle seien auch für ausländische Eon-Unternehmen geplant. Mittelfristig wolle Eon-Chef Johannes Teyssen den Konzern in eine europäische Aktiengesellschaft (SE) mit weniger Gewerkschaftseinfluss umwandeln. Teyssen müsse seine Pläne aber noch durch den Aufsichtsrat bringen. Geplant sei dazu eine Klausursitzung in Hamburg.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kündigte am Sonntag Widerstand gegen die Pläne an. “Es ist schwer vorstellbar, dass ein solches Konzept eins zu eins den Aufsichtsrat passieren kann“, sagte ein Verdi-Sprecher den Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe (Montagsausgabe). Die Gastochter Eon Ruhrgas habe mit ihren 1800 Beschäftigten erst im vergangenen Jahr in Essen einen 200 Millionen Euro teuren Neubau bezogen.

Die monatelangen Verhandlungen zwischen Eon und dem russischen Gas-Riesen Gazprom über niedrigere Erdgaspreise stehen zusätzlich kurz vor dem Scheitern. Ein Eon-Sprecher bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins “Focus“. Eon wollte von Gazprom Preisnachlässe. In den langfristigen Verträgen zwischen beiden Seiten orientiert sich der Gas- am Ölpreis. Derzeit drängt aber relativ billiges frei verfügbares Erdgas auf den Markt. Die Eon-Tochter Ruhrgas rechne daher in diesem Jahr mit einem operativen Verlust in ihrem Handelsgeschäft von einer Milliarde Euro. Eon erwägt laut “Focus“ nun, ein internationales Schiedsverfahren anzustreben.

dpa

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