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Service-Offensive

So will Grube das Chaos am Bahnsteig bekämpfen

Berlin - "Qualität kostet Geld, aber Nicht-Qualität kostet Kunden", hat Bahnchef Grube erkannt. Im Zuge der Service-Offensive will er deshalb weitere Ärgernisse für ihre Kunden abstellen.

Die Ansage etwa, dass ein Zug mit umgekehrter Wagenreihung verkehrt, soll es "künftig nicht mehr geben", wie Vorstandschef Rüdiger Grube der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Freitag sagte. Auch wolle der Konzern besser über Verspätungen informieren und Weichenstörungen möglichst früh verhindern.

Die Bahn hatte zuletzt eine ganze Reihe von Maßnahmen angekündigt, um für Kunden attraktiver zu werden. Unter anderem sollen sich Reisende online informieren können, ob an einem bestimmten Bahnhof die Aufzüge funktionieren. Bahnhofsuhren sollen schneller repariert und die Stationen insgesamt sauberer werden. Alle Fernzüge schickt das Unternehmen zu einem Rund-um-Check und lässt sämtliche dabei entdeckte Mängel beheben.

Die Bahn arbeite "mit großem finanziellen Aufwand" daran, die Reiseinformationen grundlegend zu verbessern, versicherte Grube. Unter anderem werde an einer App gearbeitet, "die präzise darüber informiert, wann ein gebuchter Zug einfährt". Im Falle einer Verspätung müsse dann "niemand mehr am zugigen Bahnsteig warten".

Außerdem werden laut Grube neue Möglichkeiten der Digitalisierung für die Überwachung der Infrastruktur genutzt. "Mit speziellen Sensoren für unsere 70.000 Weichen können wir demnächst schon frühzeitig, zum Beispiel durch erhöhten Stromverbrauch erkennen, dass sich eine Störung anbahnt." Ein Wartungsteam könne dann schon vor Ort sein, "bevor es hakt".

Die Bahn wolle für die Kunden "spürbar besser" werden "und damit auch wieder wirtschaftlich erfolgreicher", fasste Grube die Bemühungen zusammen. "Das kostet zunächst, aber hinterher stehen wir besser da. Ja, Qualität kostet Geld, aber Nicht-Qualität kostet Kunden."

Die Bahn leidet unter anderem unter der billigeren Konkurrenz der Fernbusse und hat 2015 erstmals seit zwölf Jahren rote Zahlen geschrieben. "Vor allem junge Leute fühlen sich von preisgünstigen Angeboten angesprochen, auch wenn die Fahrzeit deutlich länger und unberechenbarer ist als im Zug", sagte Grube.

Im Schnitt ist jeder Deutsche jährlich mehr als 1000 Kilometer im Zug unterwegs, wie die Allianz pro Schiene mitteilte. Mit 1115 Bahnkilometern pro Einwohner im Jahr 2014 sei Deutschland im Europa-Vergleich auf Platz sieben, erklärte der Verband am Freitag unter Berufung auf eine europaweite Analyse der Schienenregulierungsplattform IRG-Rail. Am meisten fuhren demnach Schweizer mit der Bahn, nämlich 2429 Kilometer. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Österreicher und Franzosen.

Zum ersten Mal seit zwölf Jahren: Deutsche Bahn mit Milliardenverlust

afp

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