DBA will hoch hinaus: Sie schluckt das Geschäft von Germania-Express

- München - Schon die Sanierung der chronisch defizitären deutschen Tochter von British Airways haben dem Textil-Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl nur wenige zugetraut. Sie gelang. Jetzt folgt ein weiterer Coup: Seine Airline DBA übernimmt zum 1. April das Geschäft des Konkurrenten Germania Express (Gexx).

<P>"Die DBA braucht eine kritische Masse", erklärte der Nürnberger Textilunternehmer, warum seine Airline 15 Strecken und zwölf Fokker 100 von Gexx schluckt. Nachdem sich seine Fluggesellschaft bereits "vom Billigprodukt zur Business-Airline" gewandelt habe, baue sie nun ihr Streckennetz aus. <BR><BR>Das innerdeutsche DBA-Gebilde werde nun durch europäische Verbindungen in Metropolen wie Athen, Thessaloniki, Florenz, Rom, Stockholm und Tiflis aufgestockt. "Das allein aufzubauen, hätte uns 70 bis 80 Millionen Euro gekostet", sagte Wöhrl, der heuer das Passagieraufkommen von bisher drei auf deutlich über vier Millionen Kunden im Jahr steigern will. Die DBA bietet künftig bis zu 180 Flüge pro Tag an, bisher waren es rund 120.<BR><BR>Die zwölf Fokker 100 bleiben im Besitz der Germania, erhalten aber das Logo der DBA, die die Maschinen leasen wird. Auch das Personal ist weiter bei Germania angestellt, da es sich formal nicht um eine Unternehmens-Übernahme handelt. Allerdings rechnet Wöhrl damit, dass die Kooperation Einsparungen im administrativen Bereich in Höhe von zehn Millionen Euro bringt. Wöhrl ließ auch durchblicken, dass eine "wechselseitige Kapital-Verflechtung" zwischen der DBA und Gexx-Mutter Germania durchaus möglich sei. "Ob und wann aus der Verlobung eine Ehe wird", wollte Wöhrl nicht sagen. Möglicherweise verkauft Wöhrl, der wiederholt angekündigt hat, seine Anteile an DBA wieder aufgeben zu wollen, an Germania. Deren Chef, Hinrich Bischoff - laut Wöhrl "der erfolgreichste deutsche Luftfahrt-Tycoon Nachkriegsdeutschlands" - sagte dazu nichts.<BR><BR>Ganz wird Gexx nicht der Vergangenheit angehören. Aus rechtlichen Gründen werde der Flug nach Moskau noch unter der Gexx-Flagge starten. Vom Markt verschwinden werde die Verbindung nach Lissabon.<BR>Auch das Gexx-Preismodell wird gestrichen. Als einziger Billigflieger hatte die Gesellschaft Einheitspreise. Die seien eine ehrliche Größe, sagte Wöhrl, doch nicht geeignet, um den aggressiven Preiskampf mit der Konkurrenz zu bestehen. Für alle Flüge gilt jetzt das DBA-Tarifmodell: Je frühzeitiger man bucht, desto günstiger ist der Flug.<BR><BR>Die Allianz von DBA und Gexx ist nun hinter Lufthansa und Air Berlin drittgrößte deutsche Fluggesellschaft mit dem zweitgrößten innerdeutschen Streckennetz. Mit welchen Konkurrenten sie es aufnehmen will, machte Hans-Rudolf Wöhrl deutlich. Er entschuldigte sich bei der Pressekonferenz: "Tut mir leid, dass wir ein paar Minuten zu spät dran sind, aber alle DBA- und Gexx-Flüge waren ausgebucht, also musste Hinrich Bischoff auf Lufthansa umsteigen."<BR>Bestätigt hat Wöhrl gestern zudem, dass er für die angeschlagene griechische Fluglinie Olympic Airlines ein Gebot abgegeben hat. Das komme aber von seiner Holdingsgesellschaft Intro und habe mit der DBA nichts zu tun.</P>

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