UNO will Kältemittel H-FCKW in Kürze abschaffen

New York/Montréal - Das UN-Umweltprogramm UNEP will ozonzerstörende Kältemittel schneller abschaffen als zunächst geplant. Der endgültige Bann der Chemikalien in zehn Jahren habe große Vorteile für die Ozonschicht und den Kampf gegen den Klimawandel. In einer Erklärung vom Freitag schätzt das UN-Umweltprogramm, dass der Verzicht auf H-FCKW einem Abbau der weltweiten Treibhausemissionen von 3,5 Prozent entspräche.

H-FCKW (Teilhalogenierte Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe) dienten lange als Ersatzstoffe für die inzwischen weitgehend verbotenen FCKW (Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe), weil sie als relativ unschädlich angesehen wurden. Doch auch die H-FCKW zerstören die Ozonschicht und tragen als Treibhausgase zur Erderwärmung bei.

Sechs Vorschläge zum beschleunigten Bann der H-FCKWs sollen bei einer internationalen Konferenz in der kommenden Woche in Montréal (Kanada) erörtert werden. Dort kommen von Montag an Umwelt- und Klimaexperten aus bis zu 191 Ländern zusammen. Bei dem Treffen wird auch das 20-jährige Bestehen des Montréaler Protokolls zum Schutz der Ozonschicht an diesem Sonntag (16. September) gefeiert. Unter dem Montréaler Protokoll war später der Bann der H-FCKW in den Industrieländern für 2030 und in Entwicklungsländern für 2040 beschlossen worden. Dieser soll nun nach dem Willen der UNEP schon früher verwirklicht werden.

Voraussetzung für die Aufgabe der H-FCKW sei allerdings, dass bald ozon- und klimafreundlichere Alternativen gefunden werden, heißt es in der UNEP-Erklärung. Danach wäre es die Pflicht von Regierungen in aller Welt, die Produktion und den Einsatz der H-FCKW schnellstmöglichst einzustellen.

UNEP-Direktor Achim Steiner würdigte das Montréaler Protokoll in der Erklärung als "eines der erfolgreichsten multilateralen Abkommen". Internationale Vereinbarungen "wie das Montréaler und das Kyoto Abkommen entwickeln sich oft wirksamer für die Umwelt, die Gesellschaft und die Wirtschaft als ursprünglich angenommen".

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