MAN will nach Rekordjahr 2006 noch mehr Gewinn erwirtschaften

- München - Der Industriekonzern MAN hat seine Konzentration auf fünf Kernbereiche abgeschlossen und das Jahr 2005 mit deutlich besseren Zahlen bei Gewinn und Umsatz abgeschlossen. Der Auftragseingang erreichte ein neues Allzeithoch. Dem Ziel einer Umsatzrendite von 6 % werden wir "sehr nahe" kommen, sagte Håkan Samuelsson, Vorstandsvorsitzender der MAN AG, München. Die Konzern-Tochter MAN B&W Diesel soll als eines der ersten Unternehmen in Deutschland in eine europäische Gesellschaft umgewandelt werden.

Die MAN B&W Diesel Gruppe ist der führende Anbieter von Diesel-Großmotoren von 1080 bis 136 000 PS (für Schiffe) und beschäftigt 6800 Menschen hauptsächlich in Deutschland und Dänemark, aber auch in Großbritannien, Frankreich, Tschechien und China. MAN B & W Diesel entstand 1979 mit der Übernahme des dänischen Motorenherstellers Burmeister und Wain. Seitdem gibt es einen deutschen und einen dänischen Aufsichtsrat. Noch dieses Jahr soll der Bereich Dieselmotoren in MAN Diesel SE (siehe Kasten) mit Sitz in Augsburg umbenannt werden. Es habe die Möglichkeit bestanden, entweder ein dänisches oder ein deutsches Unternehmen zu begründen. Beides wäre der jeweils anderen Seite nicht recht gewesen. Mit der engeren Verzahnung soll auch der Aufsichtsrat verkleinert werden. "Es ist aber nicht Ziel, die paritätische Besetzung mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern zu verändern", versicherte der MAN-Chef.

Nachdem MAN nicht den Motorenhersteller MTU Friedrichshafen übernehmen konnte, will der Konzern in diesem Schnellläufer-Bereich aus eigener Kraft wachsen. Zudem kooperiere man mit Liebherr.

Die Zahl der Mitarbeiter soll nach Aussage von Samuelsson in diesem Jahr stabil bleiben: "Wir werden mehr produzieren mit gleicher Mannschaft." Er habe auch nicht von generell zu hohen Löhnen gesprochen, sondern dass vor einem Jahr der Kostennachteil pro Stunde gegenüber den europäischen Nutzfahrzeug-Konkurrenten 20 % betragen habe. Jetzt sei es etwas besser. "Diese Lücke müssen wir schließen: durch höhere Produktivität, mehr Arbeit und Konzentration auf Kernkompetenzen", so Samuelsson.

In China, wo der Bereich Turbomaschinen bereits ein Viertel seines Umsatzes macht, steht MAN wie auch andere Unternehmen vor einem Dilemma: Erstens gebe es das Problem, dass Technologie abgekupfert wird. "Und das andere Problem ist: Wie können wir dort Geld verdienen?" Nicht erst seit den Erfahrungen mit dem Transrapid will MAN in China auf der Hut sein: "Da werden wir nicht die allerletzten Versionen freigeben."

Da sich keine Abkühlung der Konjunktur abzeichne, gehe MAN auch für dieses Jahr von einem überproportional wachsenden Überschuss aus. Der Auftragsbestand sei der bisher höchste des Konzerns. Verlustquellen seien im vergangenen Jahr schon weitgehend eliminiert worden. Stellen schafft MAN auch in Zukunft im Ausland. "Der Trend geht weiter in Richtung Ausland", sagte Samuelsson. Mehr über das Rekordergebnis im Jahr 2005 können sich die Aktionäre freuen: Die Dividende soll von 1,05 auf 1,35 Euro je Aktie steigen.

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