SPD will Rechte von Praktikanten stärken

Berlin - Die SPD-Bundestagsfraktion will die Rechte von Praktikanten in Unternehmen stärken und prüft dafür gesetzliche Regelungen. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" wird dabei auch erwogen, dass Praktikanten künftig eine kleine Entlohnung erhalten müssen.

Seit einigen Monaten wird in der Fraktion bereits darüber nachgedacht, dass sie einen Vertrag erhalten sollen und ihre Beschäftigung befristet wird. Ziel ist es, den Missbrauch von Praktikanten als Ersatz für festangestellte Arbeitskräfte einzudämmen.

Die SPD reagiert damit auf zwei Petitionen an den Bundestag. Gut 100 000 Unterzeichner hatten darin gesetzliche Regelungen gegen die Ausbeutung von Praktikanten angemahnt.

Der Jenaer Zeithistoriker Rüdiger Stutz sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa: "Die Chancen von jungen Menschen, die in den 1980er Jahren geboren wurden, haben sich im Vergleich zu früheren Generationen spürbar verschlechtert." Die Phase zwischen dem Abschluss der Ausbildung und dem Eintritt ins Berufsleben öffne sich immer weiter. Junge Erwachsenen hangelten sich oftmals in Endlosschleifen von einer zur anderen Praktikumsstelle weiter, ohne Aussicht auf einen lukrativen Job. Dies habe auch Auswirkungen auf die Familiengründung.

Im Osten sei die Lage noch schlimmer. "Diese prekäre Situation auf dem Arbeitsmarkt besteht in Ostdeutschland für alle Altersgruppen und nicht nur für junge Leute." Hinzu komme, dass junge Erwachsene dort von ihren Familien in geringerem Maße finanziell unterstützt werden könnten.

Trotz der schwierigen Situation sind Jugendproteste, wie etwa in Frankreich, aus Stutz' Sicht in Deutschland kaum zu erwarten. Die Unzufriedenheit münde - anders auch als in früheren Generationen - nicht in kollektiven Protest, sondern in eine stärkere Individualisierung, sagte er.

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