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Die Wolfsburger wollen sich die Macht bei ihrer Lkw-Tochter Scania komplett sichern.

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VW will Scania komplett übernehmen

Wolfsburg - Volkswagen hat große Pläne für die nächsten Wochen: Die Wolfsburger wollen sich die Macht bei ihrer Lkw-Tochter Scania komplett sichern. In Schweden sorgt das nicht nur für Begeisterung.

Nach der VW-Offerte für die Komplettübernahme seiner Lkw-Tochter Scania regt sich bei einigen Aktionären des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers Skepsis. Zwei institutionelle Anleger wollen das 6,7-Milliarden-Euro Angebot der Wolfsburger ablehnen, wie die Zeitung „Dagens Nyheter“ am Samstag berichtete. Eine Vereinigung von privaten Anlegern hingegen begrüßte das Angebot. „Wir haben es aber noch nicht geprüft“, sagte Carl Rosén vom Verband schwedischer Aktionäre dem „Svenska Dagbldadet“.

Scania solle nicht während des laufenden Geschäftszyklus verkauft werden, zitierte „Dagens Nyheter“ etwa den Versicherungs- und Finanzdienstleister Skandia Liv, der zu den größten Anteilseignern gehört. Weitere Aktionäre teilten mit, das Angebot prüfen zu wollen.

Volkswagen will mit seinem Angebot in den Besitz von mehr als 90 Prozent der Aktiengesamtzahl gelangen und plant, Scania am Ende von der Börse zu nehmen. VW ist bereits seit 2000 an Scania beteiligt und hält heute direkt und indirekt insgesamt 89,2 Prozent der Stimmrechte und 62,6 Prozent des Kapitals an dem schwedischen Nutzfahrzeugunternehmen.

Zeitgleich mit den Scania-Plänen vermeldete Europas größter Autobauer am Freitagabend nach einer Sitzung des Aufsichtsrats auch Bestmarken bei Umsatz und Ergebnis und die Verpflichtung des Top-Managers Andreas Renschler, der dem Konkurrenten Daimler den Rücken kehrt. Er wird zum mächtigen neuen Mann im VW-Vorstand.

Volkswagen fuhr vor allem dank seiner jüngsten Marke Porsche auch 2013 eine Rekordbilanz ein: Die Wolfsburger sicherten sich sowohl beim operativen Gewinn als auch beim Umsatz Bestmarken. Dabei halfen vor allem ein starkes Schlussquartal und der Umstand, dass die im Sommer 2012 komplett übernommene schwäbische Sportwagenschmiede 2013 erstmals volle zwölf Monate ihre Bilanzbeiträge beisteuerte. VW-Chef Martin Winterkorn: „Wir haben die für 2013 gesetzten Ziele erreicht und sogar übertroffen.“

Nach Steuern zeigt die VW-Bilanz aber wie erwartet Einbrüche. Diese hängen mit Effekten aus der Porsche-Komplettübernahme zusammen. Von den guten Zahlen profitieren sollen auch die Aktionäre des größten Industriekonzerns hierzulande: Geplant ist eine höhere Dividende. Beim Ausblick auf 2014 gibt sich VW vorsichtig.

Der Konzern verbuchte 2013 vor Zinsen und Steuern 11,7 Milliarden Euro und damit 1,5 Prozent mehr als 2012 (11,5 Mrd Euro). VW übertraf damit die eigene Prognose für 2013 leicht, wonach der operative Gewinn auf Vorjahresniveau verharren sollte. Die 197 Milliarden Euro Umsatz übersteigen die bisherigen Bestmarke für 2012 um 2,2 Prozent.

Beim größten Anteilseigener, dem Land Niedersachsen, herrschte große Zufriedenheit: „Volkswagen hat eine beeindruckende Bilanz für das Geschäftsjahr 2013 vorgelegt“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Unterdessen gibt sich die US-Autogewerkschaft UAW im Kampf um das VW-Werk im amerikanischen Chattanooga noch nicht geschlagen. Nachdem die Mehrheit der Mitarbeiter vor einer Woche gegen eine Vertretung ihrer Interessen durch die UAW gestimmt hatte, fechtet die Gewerkschaft das Ergebnis nun an. Sie begründete diesen Schritt mit der „Einmischung von Politikern und Lobbygruppen“. Ziel sind Neuwahlen. Nun muss die zuständige Aufsichtsbehörde National Labor Relations Board entscheiden, ob es eine unzulässige Beeinflussung gegeben hat.

dpa

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