BfA will Selbstständige in Rentenversicherung aufnehmen

- Berlin - Die Rentenversichersicherer fordern, Selbstständige in das gesetzliche Rentensystem aufzunehmen. Klaus Michaelis, Direktor der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), sagte in Berlin, die Zahl derer, die in ihrem Erwerbsleben sowohl abhängig beschäftigt, als auch selbstständig tätig seien, nehme ständig zu. Wenn Menschen mit so einem Lebenslauf keine "Sicherungsdefizite" bekommen sollten, müssten sie voll in die gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen wenrden.

<P>Die Einbeziehung von Rentnern lehnte Michaelis dagegen ab. Aufgrund der ständig sinkenden Beamtenzahl würden die Rentenversicherer langfristig erheblich belastet: Immer weniger neuen Beitragszahlern stünden erheblich mehr neue Beitragsempfänger gegenüber.<BR><BR>Die Rentenversicherer sehen sich in diesem Herbst mit einer Vielzahl von kurzfristigen und langfristigen Reformvorschlägen konfrontiert. Ihr Problem: Reformmaßnahmen, die zur kurzfristigen Beitragssatzstabilisierung beitragen, könnten auf lange Sicht genau das Gegenteil bewirken. Überwiegend positiv beurteilt die BfA dagegen die Vorschläge der Rürup-Kommission. Die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre nannte Michaelis den richtigen Weg: Bei dem erwarteten Anstieg der Lebenserwartung sei eine akzeptable Beitragsbelastung ohne eine moderate Anhebung der Altersgrenzen zu erreichen.<BR><BR> Schließlich sei ein drastischer Rückgang des Rentenniveaus nicht zu vertreten. Bereits seit Einführung der Abschläge bei vorzeitigem Renteneintritt sei das Durchschnittsalter deutlich nach oben gegangen. Derzeit liegt es bei 62,6 Jahren.<BR>Bedenken äußerte Michaelis über Rürups Plan, ab 2011 mit der Anhebung des Eintrittsalters zu beginnen. Rürup sieht eine langfristige, schrittweise Aufstockung vor, bis 2035 die 67 Jahre erreicht sind.</P><P> Nach Ansicht der BfA müssen für eine Aufstockung jedoch erst die Bedingungen für ältere Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt verbessert werden. Da dies bis 2011 kaum gelingen werde, plädierte Michaelis dafür, die Anhebung um einige Jahre zu verschieben. "Denn wenn der Anstieg der Altersgrenze nicht anderes ist als eine Erhöhung der Abschläge, ist dies der falsche Weg."</P>

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