Billigeres Bier - und die Technologie dafür könnte aus München kommen.

So will Siemens das Bier billiger machen

München – Das Geschäft mit dem Bier ist hart umkämpft. Der Münchner Technologiekonzern Siemens wittert dort eine Chance...

In Deutschland schrumpft der Markt seit Jahren. Weltweit steigt der Bierabsatz zwar. Doch der Konkurrenzdruck zwischen immer mächtiger werdenden Braugiganten nimmt zu. Die fünf größten Konzerne (AB Inbev, SAB Miller, Heineken, Carlsberg, China Resource Brewery) kontrollieren bereits die Hälfte des globalen Marktes. Mit der Konkurrenz wächst der Druck auf die Brauereien, Kosten zu sparen. Und darin sieht der Münchner Technologiekonzern Siemens ein lukratives Geschäft.

Anfang der 80er-Jahre entwickelte Siemens den Braumat, ein System, mit dem das Bierbrauen automatisch gesteuert werden kann. Seitdem ist es nach Konzernangaben in über 900 Brauereien auf der Welt eingesetzt worden. Die automatische Steuerung soll insbesondere eine flexible Produktion ermöglichen, etwa einen kurzfristigen Wechsel der Biersorte, die hergestellt wird. Daneben verkauft Siemens Motoren, Technik für die Beleuchtung oder auch Anlagen zur Wasseraufbereitung. Insgesamt macht das Brauereigeschäft bei Siemens laut dem Unternehmen mehr als hundert Millionen Euro Umsatz im Jahr aus.

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Neben dem Oberpfälzer Hersteller von Abfüllanlagen, Krones, ist Siemens damit einer der wichtigsten Anbieter für Brauereitechnologie. Die Produkte finden sich bei der zum größten Braukonzern der Welt, AB Inbev, gehörenden Spaten-Franziskaner-Löwenbräu-Gruppe in München ebenso wie bei der größten Braustätte der Welt, die gerade in Mexiko entsteht und pro Jahr 30 Millionen Hektoliter produzieren soll, etwa so viel, wie in vier Monaten in ganz Deutschland getrunken wird.

Die Bierherstellung erfordert den Einsatz von viel Energie und Wasser. Moderne Technik könne den Energieverbrauch und den Wassereinsatz um bis zu 30 Prozent senken, verspricht Siemens. So würden moderne Elektromotoren, die bei der Produktion vom Sudhaus bis zur Flaschenabfüllung zum Einsatz kommen, weniger Strom benötigen als herkömmliche Modelle.

Und Brauchwasser könne mit neuen Methoden aufbereitet werden, um den Bedarf an Frischwasser zu reduzieren. Die Spaten-Franziskaner-Löwenbräu-Gruppe setzt zurzeit etwa vier Liter Wasser zur Produktion von einem Liter Bier ein. Vor zehn Jahren waren es noch sechs Liter. Und in Zukunft, heißt es bei den Münchnern, soll der Wasserbedarf um weitere zehn Prozent reduziert werden.

von Dominik Müller

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