MAN will straffer und transparenter werden

- München - Bei MAN weht ein frischer Wind. Der neue Vorstandsvorsitzende Håkan Samuelsson gibt ehrgeizige Ziele vor und will den Konzern straffer und transparenter führen. "Es wird keine Quersubvention wie in der Vergangenheit mehr geben", sagte der schwedische Manager gestern in München: "Wir werden unter keinen Umständen Verluste akzeptieren." Statt der früher zehn und mehr Konzerngesellschaften konzentriere sich die MAN-Gruppe auf die fünf Bereiche Nutzfahrzeuge, Industriedienstleistungen, Drucksysteme, Dieselmotoren und Turbomaschinen. Hauptaufgaben der Zentrale seien die Steuerung, der Wissenstransfer und die Entwicklung der Führungskräfte. Die operative Verantwortung liege bei den Bereichen, die sich an den besten Wettbewerbern am Markt messen lassen müssten.

<P>Die MAN AG hat bei Umsatz, Auftragseingang und Gewinn deutlich zugelegt. Das operative Ergebnis des Jahres 2004 war nach noch nicht testierten Zahlen um 50 Prozent auf 573 Millionen Euro gestiegen, der Jahresüberschuss nach Steuern stieg um 68 Prozent auf 323 Millionen Euro. Sowohl der Auftragseingang (plus 17 % auf 16,1 Milliarden Euro) wie auch der Umsatz (plus 10 % auf 14,9 Milliarden Euro) seien im vergangenen Jahr erfreulich gestiegen, sagte der sichtlich zufriedene Samuelsson. <BR><BR>Die Zahl der Mitarbeiter sank bis 31. Dezember 2004 um fünf Prozent auf 61 259 Menschen. Darin ist auch der Verkauf der DSD Stahlbau mit 1564 Beschäftigten enthalten. Die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland sank etwas stärker (minus 5 % auf 39 506) als im Ausland (minus 4 % auf 21 753).<BR>Fast drei Viertel des Umsatzes erzielt die MAN-Gruppe im Ausland, nur 26 Prozent im Inland. Auch der Zuwachs bei Umsatz (plus 13 %) und Aufträgen (plus 23 %) stieg im Ausland überproportional, während die Nachfrage im Inland moderat ausfiel (Umsatz und Aufträge plus 4 %). <BR><BR>Alle fünf Bereiche schrieben operativ positive Zahlen, wobei bei den Drucksystemen die Lage zweigeteilt war. Rollenmaschinen liefen überdurchschnittlich gut, bei den Bogenmaschinen fiel noch ein Verlust von 41 Millionen Euro an. Der Durchbruch müsse bis Ende diesen Jahres geschafft sein, mahnte Samuelsson. "Der in Offenbach ausgehandelte Sondertarifvertrag wird die Kostenstruktur 2005 verbessern", sagte der MAN-Chef. Bei den Dieselmotoren spüre MAN den Auftragsboom im Schiffsbau; im Zweitakt-Bereich seien die Kapazitäten bis 2007 ausgebucht. Mit dem US-Lkw-Hersteller Navistar wolle MAN gemeinsam Motoren entwickeln.<BR><BR>Die Aktionäre sollen eine von 0,75 auf 1,05 Euro erhöhte Dividende erhalten. Nachdem die Regina Verwaltungsgesellschaft ihr 27-Prozent-Paket am Markt platziert hat, sind jetzt 100 Prozent der Aktien in Streubesitz.<BR><BR>Auch für das laufende Jahr ist Samuelsson zuversichtlich. Trotz Belastungen durch die gestiegenen Rohstoffpreise und den US-Dollar erwarte er eine Umsatzsteigerung um fünf Prozent sowie eine noch deutlich bessere Gewinnentwicklung.</P>

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