Windkraft-Aktien: Die Verlierer der Börsenerholung

- München - Lange galten sie als eine Art ruhender Pol, wenn an den Aktienmärkten Orkane tobten: Umweltaktien, die vor allem auf Windkraft setzen. Ein steter Subventionsstrom sorgte für Einnahmen noch, als den Biotech-Gründern, den Internet-Aufsteigern und den Telekoms die Umsätze wegbrachen. Entsprechend gingen die Kurse noch nach oben, als anderen Aktien bereits die Luft ausging. Doch dann drehte sich der Wind und für die Umweltpapiere gab es nur noch eine Richtung: abwärts.

<P>Binnen Jahresfrist haben die deutschen Aktien ihren alten Stand im Schnitt wieder erreicht. Die drei großen Windkraftanbieter haben wie Umweltkontor im günstigsten Fall noch knapp die Hälfte ihres damaligen Wertes. Plambeck-Aktien haben um fast 70 % nachgegeben.</P><P>In Deutschland sind die Möglichkeiten, Windkraftanlagen an Land aufzubauen, weitgehend ausgereizt. Das internationale Geschäfts ist nicht angesprungen. Und nun drohen auch noch im Streit zwischen Umweltminister Jürgen Trittin und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement die Subventionen schneller zu versiegen, als geplant.</P><P>Gestern meldete auch der Windkraftanlagenbauer Nordex einen massiven Auftragsrückgang. In den am 30. Juni beendeten ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2002/2003 schrumpften diese von 330 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum) auf 118 Mio. Euro. Aus 10,1 Millionen Vorsteuergewinn wurde ein Verlust von 48,9 Mio. Euro. Nordex machte dafür auch unerwartet hohe Aufwendungen bei der Realisierung von Windparks, 6,6 Mio. Euro Rückstellungen für Forderungsausfälle und die langen Bearbeitungszeiten der Banken für die Finanzierung von Windkraftprojekten verantwortlich. Nachdem die Belegschaft schon um 150 auf 850 reduziert wurde, schrumpft nun der Vorstand. Die Aufgaben des zurückgetretenen Chefs Stefan Klebert, werden von den zwei verbleibenden Vorstandsmitgliedern übernommen.<BR></P>

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