Im Winter fünf Millionen arbeitslos?

- Nürnberg - Nach einer schwachen Herbstbelebung droht im Winter eine neue Rekordarbeitslosigkeit. Im Februar 2005 sei ein Überschreiten der psychologisch wichtigen Fünf-Millionen-Schwelle nicht mehr auszuschließen, prognostizierte das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), Heinrich Alt. Er verwies dabei auf die "vielen Unwägbarkeiten" als Folge der Hartz-Reform. Viele bisherige Sozialhilfeempfänger würden als Arbeitslose in der Statistik erscheinen.

Die September-Arbeitslosigkeit war die höchste seit sieben Jahren. 4 256 700 Menschen waren ohne Arbeit; saisonbedingt 89 900 weniger als im August, aber 48 900 mehr als vor einem Jahr. Die Quote sank um 0,2 Punkte auf 10,3 Prozent.<BR><BR>Der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise sieht noch keine Besserungstendenz auf dem Arbeitsmarkt. "Die wirtschaftliche Entwicklung ist weiterhin positiv. Die Konjunktur hat an Schwung gewonnen. Auch die Erwerbstätigkeit wächst. Aber alle diese Faktoren haben noch nicht auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen." <BR><BR>Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement wertete den leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen als "positives Zeichen". Dagegen ist für CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer die jüngste Entwicklung am Arbeitsmarkt ein Beleg für "das Versagen der rot-grünen Bundesregierung auf der ganzen Linie".<BR><BR>Auf dem bayerischen Arbeitsmarkt hat sich die Lage ebenfalls nur saisonbedingt entspannt. Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen verringerte sich um 12 400 auf 422 500. Das sind 3100 mehr als im Vorjahresmonat. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur mitteilte, sank die Arbeitslosenquote im Monatsvergleich um 0,2 Punkte auf 6,5 Prozent. Verglichen mit September 2003 blieb sie unverändert. Starke regionale Unterschiede gibt es weiter bei der Verteilung: Während Freising mit 3,9 Prozent erneut die geringste Arbeitslosenquote aufweist, schneidet der Agenturbezirk Hof mit 10,6 Prozent weiterhin am schlechtesten ab. Nur in Oberbayern nahm die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr ab. Die Quote sank von 5,4 auf 5,3 Prozent, in allen anderen Bezirken nahm sie dagegen zu.<P><BR> </P>

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