Winter treibt Arbeitslosigkeit hoch

- Nürnberg - Der Wintereinbruch hat die Zahl der Arbeitslosen im Dezember saisonbedingt kräftig steigen lassen. Nach ExpertenBerechnungen waren bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) zum Jahresende rund 4,7 Millionen Männer und Frauen als arbeitslos registriert. Dies wären rund 175 000 mehr als im November. Der Anstieg läge damit im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, betonten Volkswirte deutscher Großbanken. Die Bundesagentur gibt die offiziellen Arbeitsmarkt-Zahlen für Dezember an diesem Dienstag (3. Januar) in Nürnberg bekannt.

Nach übereinstimmender Meinung der Fachleute wird auch in diesem Winter die Zahl der Arbeitslosen wieder die Fünf-Millionen-Grenze überschreiten. Uneinig sind sie sich lediglich über den Zeitpunkt. Ein Teil der Analysten rechnet bereits für Januar mit mehr als fünf Millionen Jobsuchern, ein anderer Teil erwartet dies erst für Februar. Vieles werde davon abhängen, wie stark Frost und Schnee die Arbeit auf dem Bau und in anderen Außenberufen behinderten.

Belastet wird der Dezember-Arbeitsmarkt nach Einschätzung der Bankanalysten vor allem durch den frühen Stichtag bei der Erfassung der Erwerbslosen im November. "Das schlechte Wetter im letzten November-Drittel fällt voll in die Dezember-Statistik", gibt der Deutsche Bank-Volkswirt Stephan Bielmeier zu bedenken. Daher dürfte sich die ausgesprochen positive Entwicklung vom November in dieser Form im Dezember nicht wiederholen.

Im November hatte sich Arbeitsmarkt so günstig entwickelt wie seit elf Jahren nicht mehr. Die Arbeitslosenzahl war überraschend um 25 000 auf 4,531 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 10,9 Prozent. Begünstigt war der Rückgang auch durch das ausgesprochen milde Wetter bis zum Zählstichtag am 20. November. Der Monat profitierte damit zum Teil noch vom Herbstaufschwung im Oktober.

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