Winterpflege für den Handy-Akku

München - Kälte und Hitze setzen Mobiltelefone schnell schachmatt. Die Energiespeicher sind witterungsempfindlich. Wir erklären, wie Sie Ihren Handy-Akku schützen können.

Wer in diesen Tagen zur Schlittenfahrt aufbricht oder einen kurzen Skiurlaub einschiebt, hat meistens einen ständigen Begleiter in der Tasche – das Mobiltelefon. Doch viele Handybesitzer erleben in der kalten Jahreszeit eine Überraschung: Der Akku, der am Morgen noch mindestens zur Hälfte voll war, ist plötzlich leer – und der Frust groß.

Dabei ist es kein Wunder, dass der Stromspeicher zurzeit leicht in die Knie geht. Denn die meisten Handybesitzer kümmern sich nicht um den richtigen Umgang mit dem Energiespeicher ihrer Mobiltelefone. „So ein Akku ist ein kleines Chemiewerk“, erklärt Christian Riedel vom Computermagazin Chip.

Wenn der Akku ge- oder entladen wird, geschehen chemische Reaktionen – und diese werden von Temperaturen beeinflusst. „Die Hersteller geben als optimale Betriebstemperatur zumeist den Bereich zwischen 10 und 30 Grad Celsius an“, sagt Martin Müller, Sprecher des Verbraucherportals „teltarif.de“.

Liegt die Temperatur darunter, entlädt sich der Akku schneller. Hitze und Kälte sind die größten Feinde der Akkumulatoren. „Wenn die Sonne durch eine Scheibe auf das Handy knallt, sind schnell 50 Grad Celsius erreicht. Dann bringt beispielsweise ein Nickel-Cadmium-Akku nur noch die Hälfte seiner Leistung“, erklärt Martin Müller.

Deshalb sollten Mobiltelefone von direkter Sonneneinstrahlung ferngehalten werden. Auch Feuchtigkeit ist Gift für das empfindliche Energiepaket: „Das Handy sollte bei eisigen Temperaturen stets in der Innentasche der Jacke getragen werden“, rät Chip-Redakteur Christian Riedel. Handybesitzer können ihren tragbaren Stromspeicher mit ein paar Tricks fit für den Winter machen – das fängt schon beim Aufladen an: „Wenn der Akku als voll angezeigt wird, ist die Schnellladung beendet. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass der Akku auch wirklich voll ist“, rät Mobilfunk-Experte Müller.

Der Akku hat dann nur etwa 80 Prozent seiner Kapazität erreicht – damit der Akku annähernd vollständig geladen wird, sollte das Handy für mehrere Extrastunden mit dem Ladekabel verbunden sein. Angst vor einer Explosion müssen Verbraucher nicht haben: Eine Überladung ist nicht möglich. Beim Ladevorgang sollten Verbraucher zudem einige weitere Regeln beachten: Etwa alle 30 Ladezyklen empfiehlt es sich, den Akku komplett zu entladen, also bis sich das Gerät selbst abschaltet.

Ansonsten sollte der Akku in den meisten Fällen nicht vollständig entladen werden, sondern spätestens dann mit der Steckdose verbunden werden, wenn die erste Stromwarnmeldung auf dem Display erscheint. Auch wenn das Handy nicht gebraucht wird, lässt sich der Akku pflegen: Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 15 und 18 Grad. Dabei sollte der Akku nur halb voll geladen sein, damit eine sogenannte „Tiefenentladung“ vermieden wird. Dies verlangsamt die chemischen Prozesse.

Nach der Lagerung sollte der Akku vollständig geladen werden, bevor er zum Telefonieren wieder benutzt wird. Einsparpotenzial bieten zudem viele alltägliche Funktionen, auf die der Handynutzer eigentlich verzichten könnte: Die Display-Beleuchtung, der Vibrationsalarm, die Tastentöne oder Handyspiele benötigen überdurchschnittlich viel „Saft“.

Wie unterschiedlich stark die Funktionen des Telefons auf den Akku schlagen, zeigt das Beispiel „iPhone“: Laut Hersteller überlebt das Smartphone im Stand-by-Modus bis zu 250 Stunden, bei Nutzung der Audiofunktionen einen Tag und sechs bis acht Stunden beim Dauereinsatz von Telefonie, Video und Internet. Besonders die Nutzer des Apple-Telefons warten deshalb sehnsüchtig auf eine Lösung ihrer Akku-Probleme.

Denn eigenhändig lässt sich die interne Stromversorgung nicht austauschen. Abhilfe schaffen externe Akkus, die sich unterhalb des iPhones anschließen lassen. Nachteil: Das iPhone verlängert sich dadurch um einige Zentimeter. Dafür bieten Zweitakkus von Anbietern wie „Kensington“ für Preise um 50 Dollar mehrere Stunden „Extra-Saft“.

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