63-Jähriger aus der S-Bahn geprügelt - Polizei findet Zeugin

63-Jähriger aus der S-Bahn geprügelt - Polizei findet Zeugin

"Wir sind sofort bereit für einen Streik"

Telekom-Belegschaft: -

Herr Falbisoner, heute Mittag wird Verdi das Ergebnis der Urabstimmung über einen Streik bei der Telekom bekannt geben. Kommen die 75 Prozent zusammen, die für einen Arbeitskampf nötig sind?

Falbisoner: Ja. Die Mitarbeiter sind sauer. Ich habe selten so eine Stimmung erlebt. Vor drei Jahren mussten sie schon einmal sechs Prozent weniger Gehalt verkraften und jetzt sollen sie vier Stunden länger arbeiten und erneut Einkommenseinbußen hinnehmen. Gleichzeitig gönnen sich die Telekom-Aktionäre eine Mega-Dividende. Das passt nicht zusammen.

Wann könnte es mit Arbeitsniederlegungen losgehen?

Falbisoner: Sofort. Das würde nahtlos übergehen von den Warnstreiks, die wir seit zwei, drei Wochen abhalten.

Wen wird der Streik treffen?

Falbisoner: Wir wollen, dass der Streik Wirkung zeigt und die Telekom an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Wir konzentrieren uns also auf Bereiche, die das Unternehmen rasch spüren wird. Wer letztlich betroffen sein wird, ob etwa Kunden-Hotlines nicht mehr bedient werden, das wird noch geprüft.

Privatkunden werden entgegen anders lautender Aussagen also nicht verschont?

Falbisoner: Großkunden sind das Ziel, nicht Privatkunden. Aus technischen Gründen kann es aber auch mal bei Privaten zu Verzögerungen am Service-Telefon kommen.

Der G8-Gipfel in Heiligendamm gilt als mögliches Streikziel. Welche Großveranstaltungen in Bayern haben Sie im Visier?

Falbisoner: Wenn Großveranstaltungen in Bayern stattfinden, werden wir das prüfen.

Wird der Freistaat als großer Telekom-Standort den Streik besonders spüren?

Falbisoner: Ja. Immerhin arbeiten hier rund zehn Prozent der betroffenen Telekom-Mitarbeiter, also 5500 Menschen.

Gut die Hälfte der 50 000 Telekom-Mitarbeiter, die ausgelagert werden sollen, sind Beamte, die nicht streiken dürfen. Vom Rest sind drei Viertel Verdi-Mitglieder. Reicht diese Streikmacht überhaupt, um die Telekom zu ärgern?

Falbisoner: Andere Betriebe würden von einem solchen Organisationgrad träumen. Aber unser Ziel ist es auch nicht, Menschen oder Institutionen zu ärgern, sondern die Telekom wieder an den Verhandlungstisch zu bekommen. Wir wollen einen Sozialtarifvertrag, der sich mit Ausgliederung beschäftigt.

Angeblich will die Telekom Beamte als Streikbrecher einsetzen...

Falbisoner: Dann würden wir das Unternehmen mit Klagen überziehen. Das Bundesverfassungsgericht hat 1980 entschieden, dass der Einsatz von Beamten als Streikbrecher nicht rechtens ist. Ich warne die Telekom davor.

Das Gepräch führte Florian Ernst.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

2017 erstmals mehr als 450 Millionen Übernachtungen
Mannheim (dpa) - Erstmals knacken die Übernachtungszahlen in Deutschland nach Angaben des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) im laufenden Jahr die 450-Millionen-Marke.
2017 erstmals mehr als 450 Millionen Übernachtungen
Zeitplan für BER gerät weiter unter Druck
"Ambitioniert", so hieß es in den vergangenen Jahren oft, wenn es um Termine am neuen Hauptstadtflughafen ging. Da macht der aktuelle Zeitplan keine Ausnahme. Es ist …
Zeitplan für BER gerät weiter unter Druck
Frau will bei Rossmann eigentlich nur Zahnbürste kaufen - jetzt geht ihr Kassenzettel viral
Ein Facebook-Post einer verzweifelten Einkäuferin geht viral: Eigentlich wollte sie eine Zahnbürste kaufen. Daraus wurden 13 Artikel. Sie hat einen Vorschlag, wie eine …
Frau will bei Rossmann eigentlich nur Zahnbürste kaufen - jetzt geht ihr Kassenzettel viral
Thyssenkrupp bleibt auf Fusionskurs
Bei der Stahlfusion mit Tata bleibt der Thyssenkrupp-Chef unbeirrt auf Kurs. Die Pläne hätten "absolute Priorität". Doch tausende Beschäftigte wollen das umstrittene …
Thyssenkrupp bleibt auf Fusionskurs

Kommentare