Wirbel um Personalabbau bei der Bahn

Berlin - Mit Äußerungen zu einem Personalabbau bei der Deutschen Bahn ist der künftige Arbeitsdirektor Norbert Hansen auf Widerspruch gestoßen.

Vorstandschef Hartmut Mehdorn stellte am Freitag in Berlin klar, für einen Personalabbau gebe es keine Pläne "und schon gar nicht gibt es derartige Beschlüsse". Richtig sei vielmehr, "dass es im Zuge der Teilprivatisierung bis 2023 keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird".

Zuvor hatte Hansen der "Bild"-Zeitung (Freitag) gesagt: "Wir werden bei der Bahn weiter rationalisieren müssen. Und das wird in einigen Bereichen nicht ohne Personalabbau gehen." Hansen war erst vor einer Woche als Vorsitzender der Bahngewerkschaft Transnet zurückgetreten. Am 1. Juni tritt er sein neues Amt im Bahnvorstand an.

Der Vorsitzende der zweiten großen Bahngewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, kündigte Widerstand an, sollten tatsächlich weitere Rationalisierungen geplant sein. "Dann droht Krach, aber richtig", sagte Hommel. "Die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter ist zwischenzeitlich so hoch, dass es für solche Überlegungen keinerlei Spielräume gibt."

Zum neuen Transnet-Vorsitzenden als Nachfolger Hansens soll am Freitag in Frankfurt dessen bisheriger Stellvertreter Lothar Krauß gewählt werden. Krauß ist der einziger Kandidat für den Posten.

Hansen forderte darüber hinaus von den Mitarbeitern der Bahn eine höhere Effizienz: "Es gibt mittlerweile viele regionale Bahngesellschaften, die zeigen, wie es gehen kann. Da ist dann zum Beispiel ein Lokführer nicht nur dafür verantwortlich, den Zug zu steuern - sondern kann in den Zugabteilen auch einmal aufräumen oder auf einem kleinen Bahnhof mit anpacken." So etwas sei bei einem großen Konzern wie der Bahn zwar schwieriger, aber in diese Richtung müsste das Unternehmen langfristig denken.

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