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Die Dieselverkäufe sinken - doch die Emissionen mit CO2 steigen.

Mehr CO2-Emissionen

Wird der Diesel bald schmerzlich vermisst? Studie zeigt böse Klima-Überraschung

Obwohl die Verkaufszahlen von Diesel-Fahrzeugen einbrechen, scheint das Klima nicht zu profitieren. Einer Studie zufolge steigen die CO2-Emissionen deshalb sogar.

London - Das Auto ist in Sachen Klima und Luft-Schadstoffwerte ein ewiger Zankapfel. Vor allem Diesel haben in den letzten Jahren ihren ursprünglich guten Ruf verloren - nicht zuletzt wegen des Abgas-Skandal. Laut einer aktuellen Analyse des Automobil-Dienstleisters Jato Dynamics sinken die Diesel-Zulassungen wenig überraschend. Man könnte meinen, dass sich das Klima über diese Nachricht freuen dürfte - doch das Gegenteil ist der Fall. Denn der Branchendienstleister meint einen unerfreulichen Zusammenhang mit steigenden CO2-Emissionen feststellen zu können.

Klima und der Diesel: Skandal in der Autobranche schadet wohl auch der Umwelt

Jato Dynamics hat in seiner Analyse 23 Märkte in Europa genauer unter die Lupe genommen, berichtet unter anderem wie Webseite Automobil Produktion. Im vergangenen Jahr stieg der Gesamtdurchschnitt der CO2-Emissionen der Erhebung zufolge um 2,4 Gramm auf 120,5 Gramm pro gefahrenem Auto-Kilometer. Seit 2007 ging der Gesamtwert der CO2-Emissionen zunächst stetig zurück - doch genau als der Dieselskandal Wellen schlug, verlangsamte sich dieser Trend. Gleichzeitig wurden auch immer weniger Diesel-Fahrzeuge verkauft.

2017 kam es sogar zur Kehrtwende. Zum ersten Mal sanken die Durchschnitts-Emissionen von Kohlenstoffdioxid nicht, sondern stiegen um 0,3 Gramm pro Kilometer. Die Nachfrage nach Diesel-Fahrzeugen verringerte sich um acht Prozent. 2018 wurde die Kluft noch größer: 18 Prozent weniger Nachfrage nach Diesel-Fahrzeugen stieß auf einen 2,4 Gramm pro Kilometer schweren Anstieg der CO2-Emissionen.

Die Umwelt scheint sich über weniger Diesel nicht zu freuen.

Nach Skandal bei VW und Co. - Diesel offenbar in Sachen CO2 sauberer als Benziner

Der Grund für diesen Zusammenhang scheint simpel: Die Emissionen von Diesel-Fahrzeugen sind laut dem Dienstleister Jato Dynamics im Schnitt 3,2 Gramm pro Kilometer geringer als bei Benzinern. „Der positive Effekt von Diesel-Autos auf die Emissionen hat nachgelassen, da ihre Nachfrage im letzten Jahr dramatisch gesunken ist“, erklärt Felipe Munoz von Jato Dynamics laut Automobil Produktion die Ergebnisse der Studie. 

Nach Munoz‘ Ansicht muss die Branche „drastischere Maßnahmen“ ergreifen, um die kurzfristigen Klimaschutzziele zu erreichen. Der einzige Ausweg bei gleichbleibendem Trend sei eine schnellere „Einführung von Fahrzeugen mit alternativen Kraftstoffen“, erklärt der Analyst.

Gerade bei der Betrachtung einzelner Länder wird die Diskrepanz besonders deutlich. Nur in Norwegen, den Niederlanden und Finnland sanken die CO2-Emissionen im letzten Jahr. In allen drei Ländern sind Elektro- und Hybridautos beliebt und konnten dadurch in Sachen CO2-Emissionen den Wegbruch von Diesel-Fahrzeugen auffangen. In allen anderen Ländern steigt die Belastung mit Kohlenstoffdioxid. 

Erst vor kurzem überraschten Forscher mit einem ähnlichen Ergebnis und bezeichneten die Fahrverbote in Deutschland als wirkungslos. Der Autobauer Daimler muss wegen des Abgas-Skandals derweil wieder Hunderttausende Diesel-Autos zurückrufen.

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