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Antike Säulen stützen das Land. Kunstschätze vor allem aus dem Altertum ziehen Touristen nach Griechenland. Tausende Jahre alte Steine sind damit – finanztechnisch gesehen – dessen wichtigster Exportartikel.

Wie wird man den Euro wieder los?

Athen - Soll Griechenland umschulden oder gar den Euro verlassen? Auch wenn kein offizieller Vertreter davon spricht, wird beides heiß diskutiert. Doch was ist möglich?

Geheimtreffen sind spätestens dann gescheitert, wenn sie publik werden. Beim jüngsten Treffen der Eurogruppe war dies so. Es ging um Griechenland. Weil die Sache aufflog und keiner etwas sagen wollte, schossen Spekulationen ins Kraut. Aber wurde über einen Ausstieg des Sorgenlandes aus der Gemeinschaftswährung gesprochen, wie „Spiegel Online“ mutmaßte? Das dementierten alle. Oder ging es um eine Umschuldung Griechenlands? Dies wurde auch ausgeschlossen. Nicht einmal von einem Krisentreffen wollten die Beteiligten anschließend reden. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Soll Griechenland den Euro aufgeben?

Gegen den Willen eines Landes geht das nicht. Ein Rauswurf aus der Eurozone ist nicht vorgesehen und damit nicht möglich. Allerdings kann in einem Land eine Situation entstehen, die das Verbleiben im Euro-Verbund extrem schwer macht. Das meint Ifo-Chef Hans-Werner Sinn, wenn er Griechenland den Austritt aus dem Euro empfiehlt. Denn eine eigene Währung kann die Konkurrenzfähigkeit eines Landes durch Abwertung verbessern. Der Weg zu mehr Konkurrenzfähigkeit innerhalb des Euro funktioniert nur durch Einkommenskürzungen und die damit verbundenen sozialen Verwerfungen. Umgekehrt würde die massive Abwertung einer eigenen griechischen Währung es praktisch unmöglich machen, dass das Land seine Altschulden, die ja in Euro bestehen, zurückzahlt. Die Rückkehr zu einer eigenen Währung ist damit nicht die Alternative zur Staatspleite, der man dadurch ja nicht entkommen kann.

Griechen müssen sparen: Krawalle in Athen

Griechen müssen sparen: Krawalle in Athen

Ist ein Euro-Austritt rechtlich möglich?

Auch dies ist nicht vorgesehen. Doch möglich ist er. Allerdings nur, wenn ein Land gleichzeitig aus der EU austritt, wie der EZB-Jurist Phoebus Athanassiou in einem Fachartikel erläuterte. Ein anderer Weg wäre die schleichende Einführung einer neuen Währung. Doch stellt sich die Frage, ob vermögende Griechen den Euro freiwillig aufgeben würden, um ihr Geld in eine Währung mit Abwertungsdruck zu investieren. Kapitalverkehrs- freiheit müssten massiv eingeschränkt werden.

Was ist eigentlich eine Umschuldung?

Wenn ein Bäcker droht, pleitezugehen, hat er mehrere Möglichkeiten: Er kann seine Lieferanten bitten, für ein paar Monate einen niedrigeren Preis fürs Mehl zu verlangen. Oder er fragt seine Bank, ob er seinen Kredit später zurückzahlen darf. Ähnlich ist es auch bei einem Land, das vor dem Staatsbankrott steht. Bevor alles futsch ist, haben Gläubiger wie zum Beispiel Banken mehr davon, dass sie ihr Geld – die Staatsanleihen, die sie gekauft haben – erst später oder nur einen Teil davon zurückgezahlt bekommen oder dass sie bis dahin weniger Zinsen erhalten. Dann bleibt Umschuldung ein Begriff dafür, dass ein Staat seine Verbindlichkeiten nicht mehr zahlen kann oder will – und steht damit für das hässliche Wort Staatsbankrott.

Warum fruchten die vielen Hilfen nicht?

Angelpunkt ist, dass Griechenland seine enormen Staatsschulden zurückführt. Das bedeutet zunächst: eisern sparen. Doch ein Sparkurs führt zu sinkendem Konsum und weiteren Steuerausfällen. So entsteht ein Teufelskreis, in dem die Lage für ein Land immer schwieriger wird. Die griechischen Hoffnungen ruhten darauf, künftig auch vermögende Schichten, die sich der Steuerpflicht weitgehend entzogen, mitzuerfassen. Bislang ist das allenfalls zu einem kleinen Teil gelungen.

Wird der Euro langfristig ruiniert?

Das Beispiel, wie und mit welchen Folgen wirtschaftlich schwache und starke Regionen unter einem Währungsdach koexistieren, war die italienische Lira. Die Währung wurde durch den wirtschaftlich extrem schwachen Süden geschwächt, was der wirtschaftlich starke Norden nutzte, um massiv Güter zu exportieren. Die Löhne im Norden bleiben dabei trotz annähernder Vollbeschäftigung hinter den wirtschaftlichen Möglichkeiten zurück. Das hielt die Währung ganz gut aus, das Land aber nicht. Die Regionen drifteten immer stärker auseinander. Steuermittel, die fast ausschließlich im Norden erwirtschaftet wurden, flossen überproportional in den Süden. Das förderte Abspaltungstendenzen, für die beispielsweise die rechtspopulistische Lega Nord steht.

Kann Griechenland überhaupt aufholen?

Das wird sehr schwer. Da der relative Wohlstand der ersten Euro-Jahre geborgt war, ist ein Rückgang unausweichlich. Gefährlich wird es dann, wenn daraus politisches Chaos mit unhaltbaren Versprechungen und häufigen Regierungwechseln wird. Die Gratwanderung mit spürbaren Einschnitten beim Lebensstandard und der langfristig unsicheren Hoffnung auf einen ökonomischen Aufschwung bleibt riskant.

mp/dpa/dapd

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