Bei O2 wird jede siebte Stelle gestrichen

München - Bei der deutschen Tochter des Mobilfunkbetreibers O2 steht ein tiefgreifender Umbau bevor, dem ein großer Teil der Belegschaft zum Opfer fällt. Wie das Unternehmen mitteilte, werden in den kommenden zwölf Monaten 700 von 4700 Arbeitsplätzen wegfallen. Gleichzeitig sollen unter anderem die Bereiche Marketing und Technologie neu geordnet werden.

Der erst vor vier Wochen angetretene O2-Deutschland-Chef Jaime Smith will so die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit des nach T-Mobile, Vodafone und E-Plus kleinsten Handynetzbetreibers steigern.

Der Jobabbau, der besonders die Münchner Zentrale des Unternehmens treffen wird, soll vor allem über Auflösungsverträge erfolgen. Das heißt, betroffenen Mitarbeitern wird eine nach Betriebszugehörigkeit bemessene Abfindung angeboten. Kündigungen sollen vermieden werden. Der spanische Mutterkonzern Telefónica, einer der größten Telekommunikationsanbieter der Welt, will durch die Einschnitte 110 Millionen Euro sparen.

Die Restrukturierung bei O2 kommt nicht überraschend. In den vergangenen Wochen war wiederholt über Stellenstreichungen spekuliert worden, zumal das Unternehmen im ersten Quartal 2007 erstmals einen Umsatzrückgang verkünden musste. In der Folge hatte der als Sanierer bekannte Spanier Smith den langjährigen Deutschland-Chef Rudolf Gröger an der Spitze von O2 Deutschland abgelöst.

Der Mobilfunker, der 1998 unter dem Namen Viag Interkom an den Start gegangen war, hat allerdings nicht als einziger Anbieter Probleme. Der deutsche Handymarkt ist nach dem rasanten Wachstum der vergangenen Jahre weitgehend gesättigt. Um sich gegenseitig Kunden abzujagen, setzen die Firmen verstärkt auf einen Preiskampf. 

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