Wird Medigene von Indern übernommen?

- München - Wird das bayerische Biotechnologie-Unternehmen Medigene Teil eines indischen Pharmakonzerns? Nach einem Bericht des indischen "Business-Standard" will Ranbaxy, der umsatzstärkste Anbieter der Branche auf dem Subkontinent, in Deutschland die Kontrolle über ein Unternehmen gewinnen, das auf Forschung und Entwicklung ausgerichtet ist, wie ein nicht genannter Manager von Ranbaxy von der Zeitung zitiert wird.

In Frage kommen nach Einschätzung von Aktienhändlern Evotec aus Hamburg und Medigene aus Martinsried. Größere deutsche Hersteller gelten als zu teuer für den indischen Konzern oder wegen ihrer Eigentümerstruktur als uninteressant. Da aber die Hamburger Verhandlungen dementieren, bleibt nur Medigene übrig. "Gerüchte kommentieren wir nicht", sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber unserer Zeitung. Keine Bestätigung, aber auch kein Dementi. Ein Sprecher von Ranbaxy bestätigte immerhin das Interesse an Zukäufen in Deutschland.

Allerdings haben die Aktienmärkte keines der beiden Unternehmen als eindeutigen Übernahme-Favoriten ausgemacht. Die Kurse beider im Tec-Dax gelisteten Biotech-Gesellschaften legten bis zum Mittag um mehr als fünf Prozent zu.

Die Gerüchte werden auch deshalb ernst genommen, weil indische Pharmaunternehmen seit geraumer Zeit massiv in Europa investieren. Ranbaxy ist der weltweit zehntgrößte Herrsteller von Generika (Nachahmerpräparaten) und hat noch viel vor.

Der Umsatz von derzeit 1,2 Milliarden US-Dollar im Jahr soll bis 2012 auf fünf Milliarden Euro steigen. Schon heute produziert das Unternehmen in sieben Ländern und verkauft auf den meisten Märkten der Welt. Auch deutsche Generika-Hersteller werden von den Indern beliefert. Deren Umsätze stammen nur noch zu 19 Prozent aus dem Heimatmarkt, zu 36 Prozent aus den USA und zu 16 Prozent aus Europa. Die Wachstumsperspektive des Konzerns beruht vor allem auf der Aussicht auf höhere Marktanteile in Europa und Amerika.

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