Wer wird Millionär? Investmentbanker warten auf Bonus-Tag

- Frankfurt - Alle möglichen Klischees machen die Runde, wenn von Investmentbankern die Rede ist: Hosenträger, Manschettenknöpfe und jede Menge Geld in der Brieftasche. Zumindest das letzte dürfte in diesem Jahr den Nagel auf den Kopf treffen. Wenn am kommenden Donnerstag die Deutsche Bank ihre Zahlen für 2005 vorstellt, werden die Erträge ihrer Investmentsparte dank eines ausgezeichneten Handelsjahres nur so aus dem Geschäftsbericht sprudeln.

Einen Teil davon kassieren die Top-Banker gleich selbst ein. Der Branchenprimus ist keine Ausnahme: In diesen Wochen ergießt sich ein Millionen-Regen an so genannten Bonus-Zahlungen über die Investmentbanker in Frankfurt und anderen Finanzmetropolen.

Was sich für den Normalbürger mit Tarifgehalt fast schon wie eine Obszönität anhört, ist in Finanzkreisen und erst recht an der legendären Wall Street völlig normal. Das Geschäft von Händlern und anderen Spezialisten dreht sich um Geld, und Geld soll am Ende herausspringen. Während das Grundgehalt eines New Yorker Bankers auf den oberen Stufen der Karriereleiter beispielsweise bei "mageren" 150 000 Dollar liegt, kann der Bonus für ein gutes Jahr ein oder zwei Millionen Dollar oder sogar noch mehr betragen. In Frankfurt mögen die Sonderzahlungen etwas niedriger ausfallen, die Tendenz geht aber in eine ähnliche Richtung. "Es sind Größenordnungen, die den Puls steigen lassen", meint Andreas Halin von der Personalberatung Spencer Stuart. Er sieht in der Mainmetropole in diesen Tagen "sehr glückliche Menschen" aus den Wolkenkratzern treten.

An der Wall Street mit den berühmten Investmentbanken Goldman Sachs, Morgan Stanley oder Lehman Brothers wird die Gesamtsumme der Sonderzahlungen in dieser Saison auf 21,5 Milliarden Dollar (17,5 Mrd. Euro) geschätzt - ein neuer "Weltrekord". Der Durchschnittsbonus liegt bei 125 000 Dollar, Goldman-Sachs-Chef Henry Paulson erhält ein Paket von 38 Millionen Dollar. Für Frankfurt existieren vergleichbare Zahlen nicht. Das Gehalt von Josef Ackermann, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, wird im März veröffentlicht - zuletzt lag es bei 10,1 Millionen Euro. Manche Investmentbanker, die für ihre Arbeitgeber Milliarden-Umsätze heranschaffen, verdienen sogar mehr als ihre Vorstandschefs.

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