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So wird das mobile Internet billiger

Mit dem Handy ins Internet: Smartphones sind kleine Computer, mit denen man auch telefonieren kann. Sie belasten ihre Nutzer oft mit überraschenden – meist vermeidbaren – Kosten.

Jeder zehnte deutsche Internet-Nutzer geht inzwischen per Handy online. Das ergab eine Marktforschung des Branchenverbandes Bitkom. Demnach werden in diesem Jahr rund 8,2 Millionen Smartphones in Deutschland verkauft. Damit die frischgebackenen Smartphone-Eigentümer nicht in die Kostenfalle tappen, „sollten sie unbedingt eine Datenflatrate abschließen“, rät Annika Voß, Telekommunikations-Expertin der Verbraucherzentrale Hamburg. „Smartphones sind eher Computer als Handys und wählen sich häufig automatisch ins Internet ein.“

Bevor man sich für einen Vertrag entscheidet, sollte man das eigene Nutzungsverhalten genau analysieren und danach den passenden Tarif aussuchen. Ebenso wichtig ist die Frage, ob man ein subventioniertes Handy mit Zwei-Jahres-Vertrag aussucht, oder das Gerät lieber auf einen Schlag selbst bezahlt. Zumal die Preise für die mobile Datennutzung ständig fallen.

Vertragsbindung

Die meisten Zusatzoptionen und sehr gut ausgebaute Netze bieten T-Mobile und Vodafone mit ihren Smartphone-Tarifen. Diese Netzbetreiber eignen sich deshalb vor allem für Kunden mit speziellen Tarif-Ansprüchen. So bieten sie spezielle Auslandsoptionen und Tarife für die Nutzung des Handys als Modem an. Dafür gehen gerade die Flatrates ins Geld. Knapp 110 Euro müssen T-Mobile und Vodafone-Kunden pro Monat für eine Sprach- und Datenflatrate innerhalb Deutschlands hinlegen.

Discount-Flatrate

Wesentlich günstiger geht Dauertelefonieren bei Klarmobil. Der Mobilfunk-Discounter bietet mit der im O2-Netz laufenden „Flat Komplett 3G“ eine Sprach- und Datenflatrate für weniger als die Hälfte als bei T-Mobile und Vodafone an. 49,95 Euro pro Monat müssen Kunden bei Klarmobil bezahlen, bei einer Vertragslaufzeit von nur drei Monaten. SMS (19 Cent) und Anrufe bei der Mailbox (19 Cent/Minute) kosten noch extra.

Reine Datenflatrate

Wer weniger als fünf Stunden pro Monat telefoniert, muss nicht über einen Flatrate-Tarif nachdenken. Günstige Discounter bieten Minutenpreise von acht bis neun Cent pro Minute – bezahlt wird nur, was auch „vertelefoniert“ wird. Hauptsache der Discounter bietet eine Datenflatrate oder zumindest ein großes Datenpaket an. Gesprächsminute und SMS in alle deutschen Netze kosten bei Simyo und Blau in den Einheitstarifen jeweils neun Cent. Ein Gigabyte an Daten lässt sich für monatlich 9,90 Euro dazubuchen. Nachteil: Die beiden Anbieter laufen über das E-Plus-Netz, das im Datenbereich schlechter als die Konkurrenz ausgebaut ist.

Anrufe ins Ausland

Der Tarif von Fonic ist für alle geeignet, die mit dem Handy auch ins Ausland telefonieren. Denn der Preis von neun Cent pro Minute bezieht sich auch auf die Anrufe in die Festnetze von 50 Ländern. Anrufe in entsprechende Handy-Netze kosten 29 Cent pro Minute. Fonic hat im April eine Daten-Surf-Flat für 9,95 Euro pro Monat eingeführt.

Für Familien

Discounter Alice Mobile ist für Familien interessant, die vor allem untereinander telefonieren wollen. Anrufe sind bei Alice-Mobile nicht nur innerhalb des Alice-Handy-Netzes, sondern auch ins Alice-Festnetz gratis. Die mobile Datenflat kostet Alice-DSL-Kunden 6,90 Euro anstatt 9,90 Euro pro Monat. Nachlass gibt es auch, wenn man sich auf einen Zwei-Jahres-Vertrag einlässt. Teuer sind Anrufe in Fremdnetze (15 Cent/Minute).

Mehr Informationen

Zusätzliche Informationen gibt es unter Fax-Abruf 0 90 01/25 26 65 50 40 (62 Cent pro Minute). Gerät auf „Polling“ oder „Sendeabruf“ stellen, Fax-Service-Nummer wählen und Starttaste drücken. Alle neueren Geräte haben diese Funktion. Kein Fax? Senden Sie einen mit 90 Cent frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort „Smartphone-Tarife“ an: Versandservice, Lerchenstr. 8, 86938 Schondorf.

Caroline Benzel

Spartipps und Kostenfallen

Kostenfalle Ausland: Viele Verbraucher glauben mit einer Flatrate auch im Ausland auf der sicheren Seite zu sein und bekommen im Anschluss horrende Rechnungen. Wer sparen will, sollte im Urlaub auf mobiles Internet verzichten und UMTS auf dem Handy für die Reisedauer ausschalten. Eine günstigere Alternative sind Internet-Cafés oder die WLAN-Nutzung im Hotel oder Flughafen.

E-Mail billiger: Wer von unterwegs seine E-Mails liest, sollte den Mail-Empfang so einstellen, dass jeweils nur die Kopfzeilen der Mails übermittelt werden. Ist eine interessante Mail dabei, ruft man einfach den Rest der Nachricht ab.

Optimierte Websites: Viele Internet-Firmen haben fürs Handy optimierte Websites, die sich optimal den kleinen Displays anpassen und gleichzeitig sparsam im Datenverbrauch sind.

Bilder ausschalten: Im Browser die Bildanzeige auszuschalten reduziert zwar die Attraktivität der Webseiten, spart aber Daten und damit Geld.

Automatische Updates: Einige Funktionen auf den neuen Mobiltelefonen haben die unangenehme Eigenschaft, Datenverkehr zu produzieren, ohne dass die Nutzer es mitbekommen. Dazu gehören automatisierte Updates von Virensoftware, aber auch scheinbar harmlose Funktionen wie die Wettervorhersage auf dem Handy-Display. Wer solchen Datenverkehr vermeiden möchte, sollte automatische Updates weitestgehend ausschalten.

WLAN nutzen: Viele Handys sind inzwischen WLAN-fähig. Vorteil: Wer zu Hause ohnehin einen Internet-Anschluss hat, kann wichtige Updates im Heim-Netzwerk ausführen, anstatt für die Datenübertragung den Mobilfunkanbieter zu zahlen.

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