Gut gefüllte Kassen machen das möglich

Wird nächstes Jahr der Rentenbeitrag gesenkt?

Würzburg - Der Beitragssatz zur Rentenversicherung könnte rein rechnerisch Anfang 2014 von 18,9 auf 18,3 Prozent sinken. Die gut gefüllten Rentenkassen geben das her. Doch die Bundesregierung - egal ob alt oder neu - müsste das noch beschließen.

Das ergibt sich aus Vorausberechnungen, die die Deutsche Rentenversicherung am Dienstag in Würzburg bekanntgab. Es wäre die dritte Senkung in Folge.

Die rechnerisch mögliche Verringerung müsste aber noch von der alten oder neuen Bundesregierung beschlossen werden. Ob es dazu kommt, ist offen. Es gibt Widerstände in Union und SPD, da ein solcher Schritt für die Rentenkasse Mindereinnahmen in der Größenordnung von 7,4 Milliarden Euro mit sich bringt. Allein die geplante Verbesserung bei der Mütterrente kostet fast so viel.

Eine Senkung um 0,6 Prozentpunkte würde die Beitragszahler - also Arbeitnehmer und Arbeitgeber - um zusammen etwa sechs Milliarden Euro im Jahr entlasten. Ein Durchschnittsverdiener hätte im Jahr etwa 90 Euro mehr in der Tasche.

Der Rentenbeitragssatz, der auf das Bruttoeinkommen erhoben wird, lag 2011 noch bei 19,9 Prozent. Er wurde dann schrittweise auf 19,6 und 18,9 Prozent zurückgenommen.

Renten könnten 2014 steigen

Gleichzeitig könnten die Renten im kommenden Jahr um bis zu 2,5 Prozent steigen. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Bund, Alexander Gunkel. Er bezog sich dabei aber auf eine Schätzung der Bundesregierung von Ende 2012.

Die Rentenversicherung habe aktuell jedoch keine andere Einschätzung. „Sie scheint sehr realistisch.“ Er nannte einen Rahmen für die Anhebung in Ost und West von „2 bis 2,5 Prozent“.

Gunkel zeigte sich bei der Vorhersage äußerst zurückhaltend: Es fehlten noch belastbare Zahlen über die für die Rentenanpassung wichtige Lohnentwicklung. Diese Angabe sei erst Ende März zu erwarten.

Derzeit liege der vorläufige Wert der Lohnrate bei plus 2,3 Prozent. Dieser Wert werde aber erfahrungsgemäß noch korrigiert. Er wolle vermeiden, dass die Prognose als „Versprechen“ aufgefasst werde, das sich dann nicht einhalten lasse. Am 1. Juli waren die Renten im Westen um 0,25 Prozent angehoben worden, im Osten um 3,29 Prozent.

dpa

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