So wird den Stromschluckern im Haushalt der Saft abgedreht

- Strom ist so teuer wie nie zuvor: Monat für Monat gut 56 Euro muss ein dreiköpfiger Durchschnittshaushalt zurzeit für die Energie aus der Steckdose hinblättern. Eine Entspannung ist nicht zu erwarten, denn voraussichtlich steigen die Rekordpreise in der zweiten Jahreshälfte weiter. Doch Jammern hilft nichts: Nur wer umdenkt, die heimlichen Energiefresser zu Hause aufspürt und abstellt, kann seinen Geldbeutel um bis zu mehrere hundert Euro im Jahr entlasten.

Trotz der historischen Spitzenpreise zapfen die meisten Verbraucher weiterhin großzügig ihre Steckdosen zu Hause an - weil sie unzählige elektrische Geräte Tag und Nacht bequem im Schlummerbetrieb laufen lassen. Vor allem Unterhaltungsgeräte wie Fernseher, DVD-Player, Digital-Decoder oder Computer sind in der Regel rund um die Uhr auf Knopfdruck betriebsbereit, im stillen und teuren Stand-by-Modus. Elektrische Geräte sollten nicht über die Fernbedienung ausgemacht werden, sondern direkt per Ausschalt-Knopf am Gehäuse, rät die Verbraucherzentrale Bayern.

Aus ist nicht gleich aus

Aber aus ist längst nicht immer gleichbedeutend mit vom Netz. Denn die meisten Geräte saugen auch dann heimlich weiter Strom, wenn der Energie-Knopf gedrückt wurde und das rote Lämpchen nicht mehr leuchtet. So gut wie jedes Gerät, das am Netz hängt, zieht immer Strom, erklären Energieexperten der Verbrauerzentrale. Der Kaffeeautomat genauso wie das Handy-Ladegerät, das nach dem Aufladen in der Steckdose bleibt. Auch ein Computer zapft nach dem Herunterfahren immer weiter Energie ab. Ein ausgeschalteter Rechner schlägt mit etwa fünf Euro im Jahr zu Buche, wie das Umweltinstitut München berechnet hat. Nichts zahlt nur derjenige, der den Stecker zieht oder eine abschaltbare Steckdosenleiste vorschaltet und diese auch konsequent nutzt.

Versteckte Stromfresser

Wer seinen Haushalt auf versteckte Stromfresser durchforstet, könne insgesamt ein paar hundert Euro im Jahr sparen, betont Hans Ulrich Raithel, Sprecher des Münchner Umweltinstituts. Einsparpotenzial gibt es bereits bei der Beleuchtung. Wird eine Glühlampe durch eine Energiesparlampe ersetzt, seien allein schon zehn Euro Ersparnis im Jahr möglich. Glühbirnen brauchen für die gleiche Lichtmenge etwa fünf Mal so viel Strom wie die Sparversion.

Haushaltsgeräte im Auge behalten

Wichtig ist auch, stets ein Auge auf den Stromverbrauch von Haushaltsgroßgeräten zu haben. Wenn alte Gefrierschränke total vereist sind, brauchen sie enorm viel Energie. Regelmäßiges Abtauen ist ein Muss. Wer zudem die Innenraumtemperatur des Kühlschranks von fünf auf sieben Grad erhöht, spart um die 20 Prozent Strom, ohne dass das Kühlgut Schaden nimmt, so ein Tipp der Verbraucherzentrale.

Auch voll beladene Waschmaschinen und niedrige Temperaturen bereiten dem Schmutz ein Ende. Deshalb haben alle, die die Trommel richtig füllen und ein 30- oder 60-Grad-Waschprogramm wählen, nach zwölf Monaten rund 15 Euro mehr im Geldbeutel. Sparfüchse hängen die Wäsche schließlich auf und verzichten auf den Wäschetrockner, denn der geht richtig ins Geld: Der Luxus dieses Geräts kostet rund 150 Euro pro Jahr. Ein Mal Wäschetrocknen verbraucht übrigens genauso viel Strom wie vier Mal Wäschewaschen.

Beim Neukauf nicht sparen

Beim Kauf von Neugeräten sollte der Verbrauch ausschlaggebend sein. So ist es sinnvoll, nur ein Gerät mit dem niedrigen Energieverbrauch A statt der weniger umweltfreundlichen Klasse B ins Haus zu holen.

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