Wirte-Präsident: "Wir sind extrem teuer"

- München - Die Gastronomie steckt in der Krise. Schuld daran sind zum Teil die Wirte selbst, aber auch die Rahmenbedingungen. Diese Meinung vertritt Ludwig Hagn. Der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands referierte gestern im Bayerischen Hof in München über dieses Thema.

<P>"Wir sind extrem teuer geworden", gab Hagn zu. Während in den 60er-Jahren vom Preis noch bis zu 80 Prozent Warenwert gewesen seien, seien es heute nur noch knapp 30 Prozent. Grund für die Steigerung seien etwa Lohnkosten und Mehrwertsteuer. Hagn forderte, den Steuersatz zu ermäßigen - ähnlich dem Vorbild Frankreichs, wo der Mehrwertsteuersatz für Gastronomiebetriebe und Hotels halbiert werde.<BR><BR>In der EU-Erweiterung sehe er eine große Chance, erklärte der Wirte-Präsident. Zumindest könne man versuchen, Saisonarbeiter zu bekommen. Probleme im Beitritt weiterer Länder - unter anderem Tschechien - sehe er nur für die östlichen bayerischen Randbezirke wegen der Abwanderung von Gästen über die Grenze. In Tschechien liege der Mehrwertsteuersatz bei 5,5 Prozent.<BR><BR>Auch die Wirte selbst sollten an ihrer Lage arbeiten. "Vielleicht haben wir versäumt, uns auf die Gäste einzustellen." Der Mittagsgast von heute verlange, wegen kürzer gewordener Mittagspausen in 20 Minuten gegessen zu haben und nicht mehr als fünf Euro zu bezahlen. </P><P>"Es ist eine Aufgabe für uns, uns darauf einzustellen." Es könnten nur diejenigen überleben, die "sich auf den Gast einstellen und kooperieren", sagte Hagn und verwies auf Vorbilder wie die Zusammenarbeit der Münchner Innenstadtwirte. Kritik übte er an der Qualifikation vieler Wirte. "Der Einstieg ins Gewerbe ist zu leicht." Eine bessere Ausbildung müsse von Brauerbund, Industrie- und Handelskammer, Hotel- und Gaststättenverband und Regierung gemeinsam gewährleistet werden.</P>

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