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Wirtschaft: Euro nicht Schuld an Wachstumskrise

- Hamburg - Die deutsche Wirtschaft hat die Bundesregierung eindringlich davor gewarnt, dem Euro die Schuld an der deutschen Wachstumsschwäche zu geben. Die Spekulationen über die Zukunft der Währungsunion und vor allem die Krise in der EU nach den Abstimmungen in Frankreich und den Niederlanden führten zu Kursverlusten des Euro. ndesfinanzminister Hans Eichel (SPD) machte am Mittwochabend deutlich, der Euro sei nicht vom Scheitern bedroht.

Handelskammerpräsident Ludwig Georg Braun nannte es in der "Berliner Zeitung" (Donnerstag) "geradezu abenteuerlich, den Euro als Sündenbock für die deutsche Wachstumskrise zu stempeln". Der Euro hat laut DIHK-Chef "die Unsicherheit von Wechselkursschwankungen im Euroraum beseitigt und es somit vielen Mittelständlern erst ermöglicht, auf außerdeutschen Märkten aktiv zu werden".<BR><BR>Der Präsident des Bundesverbands Groß- und Außenhandel, Anton Börner, erklärte: "Die Euro-Zone kränkelt nicht wegen des EuroKurses, sondern weil die Länder ihre Strukturprobleme nicht in den Griff bekommen - also vor allem Staatsverschuldung und Haushaltsdefizit." Die Hauptkranken seien Deutschland, Italien und Frankreich, sagte er dem Blatt. Industriepräsident Jürgen Thumann plädierte in der Euro-Frage zu mehr Gelassenheit.<BR><BR>Am Mittwoch hatten Spekulationen über ein mögliches Scheitern der Europäischen Währungsunion den Euro unter Druck gesetzt. Grund war ein Bericht des Hamburger Magazins "Stern", wonach das Bundesfinanzministerium den Euro für die anhaltende deutsche Wachstumsschwäche verantwortlich macht. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) unterstrich am Mittwochabend, der Euro sei nicht vom Scheitern bedroht. Die gemeinsame Währung stehe nicht in Frage.<BR><BR>Der Euro hat sich am Donnerstagmorgen nach dem Kursrutsch vom Vortag bei 1,22 Dollar stabilisiert. Zum Handelsauftakt kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,2196 US-Dollar. Der Euro wurde mit 1,2160 Dollar in der Nacht zum Donnerstag auf den tiefsten Stand seit dem 20. September 2004 gedrückt.<BR><BR>Wegen der schwachen Konjunkturerholung senkte die Europäische Zentralbank (EZB) zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre Wachstumsprognose für die Euro-Zone. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2005 voraussichtlich nur um 1,4 statt 1,6 Prozent wachsen. Für 2006 rechnen die Notenbanker nur noch mit 2,0 statt 2,1 Prozent Wachstum.<BR><BR>Der Bonner Währungsexperte Manfred Neumann sagte der dpa: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand ernsthaft auch nur daran denkt, aus der Währungsunion auszusteigen." Neumann, der auch dem Forschungsbeirat der Deutschen Bundesbank angehört, sagte, Wachstum in Deutschland könne nur über eine Stärkung der Wirtschaftskraft erreicht werden. Es bedürfe weiterer Strukturreformen insbesondere zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes.

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