Messerstecher von Grafing: Das Urteil ist gefallen

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Die Wirtschaft fordert längere Arbeitszeiten von den Arbeitnehmern, um die Krise überstehen zu können.

Wirtschaft fordert längere Arbeitszeiten

Frankfurt am Main - Im Kampf gegen die Rezession fordert die Wirtschaft deutlich mehr Zugeständnisse der Arbeitnehmer. Wer mehr arbeite, sichere damit seinen Arbeitsplatz.

Die mittelständischen Unternehmen regten am Wochenende den Verzicht auf einen Urlaubstag an, um notleidenden Firmen zu helfen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks empfahl längere Arbeitszeiten. “Wer einen Urlaubstag opfert, sichert seinen Arbeitsplatz. Und er hilft seinem Betrieb, die Krise besser zu überstehen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, der “Bild“-Zeitung.

Derzeit kämpften 45.000 mittelständische Unternehmen mit rund 450.000 Beschäftigten ums Überleben. Betroffen seien Autozulieferer, aber auch Metall- und Handwerksbetriebe. “Wir müssen uns für die Zeit nach Auslaufen der Kurzarbeit warm anziehen. Die Krise wird in vielen Unternehmen erst im kommenden Jahr voll durchschlagen.“ Handwerkspräsident Otto Kentzler sagte dem “Focus“, man müsse sich auch in anderen Branchen an der 40-Stunden-Woche des Bauhauptgewerbes orientieren, um aus der Krise herauszukommen.

Er verwies auf Mitarbeiter in Familienbetrieben: Sie seien bereit, länger zu arbeiten, um die Defizite des Winterhalbjahres aufzuholen. Kentzler zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass die Folgen des Wirtschaftsabschwungs für den Arbeitsmarkt beherrschbar bleiben werden. Er sei “sicher, dass die meisten Mittelständler und Familienunternehmen zu ihren Belegschaften halten“. Unternehmer seien bereit, in guten Jahren verdientes Geld für die Stabilisierung der Firmen zu verwenden. “Schließlich brauchen wir unsere Facharbeiter für den prognostizierten Aufschwung“, erklärte der Handwerkspräsident.

Der Arbeitsmarkt werde nicht abstürzen: “Es wird da keinen GAU geben, allenfalls einen Durchhänger.“ Ihm sei nicht bange. Zwtl: Scholz gegen Lohnsenkungen Bundesarbeitsminister Olaf Scholz warnte unterdessen die Arbeitgeber vor Kürzungen in den Tarifrunden. “Lohnsenkungen wären volkswirtschaftlich völlig falsch“, sagte der SPD-Politiker der in Hannover erscheinenden “Neuen Presse“. “Einige sind auf den Finanzmärkten mit hohen Renditeerwartungen große Risiken eingegangen und haben die Krise dadurch verursacht. Es kann nicht sein, dass die Arbeitnehmer das jetzt ausbaden sollen“, sagte Scholz.

AP

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