Brand an der Wiesn - Einsatz läuft - Beißender Gestank in der Luft

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„Eine Katastrophe“

Wirtschaft läuft Sturm gegen Diesel-Fahrverbot in München

Auf „erschreckende“ Abgaswerte in der Münchner Luft will OB Dieter Reiter womöglich mit einem Diesel-Verbot reagieren. Die Wirtschaft ist entsetzt.

Handwerk, Industrie und Handel in Bayern lehnen die Pläne für ein Diesel-Fahrverbot in München empört ab. Waren könnten nicht mehr angeliefert werden, viele Pendler könnten ihren Arbeitsplatz nicht mehr erreichen, weil der öffentliche Nahverkehr überfordert sei, warnten die Wirtschaftsverbände am Mittwoch. Ein Drittel der oberbayerischen und die Hälfte der Münchner Handwerksbetriebe wären in ihrer Existenz bedroht, sagte der Sprecher der Handwerkskammer München und Oberbayern, Jens Christopher Ulrich. Das Dieselverbot wäre „eine Katastrophe“.

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will noch dieses Jahr Dieselfahrzeuge aus der Stadt verbannen. Ausnehmen will er die neusten Dieselautos mit Euro-6-Norm, Taxis und Busse. 

Hintergrund der Überlegungen sind neue Messwerte vor allem zum giftigen Stickstoffdioxid. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung wird der von der EU zugelassene Mittelwert nicht nur auf den großen Ring- und Einfallstraßen regelmäßig überschritten, sondern auch in weit davon entfernten Gegenden. „Die Ergebnisse sind erschreckend, das hatte niemand so erwartet“, sagte Reiter.

„Massiver Schaden“ für die bayerische Wirtschaft?

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft warnte, ein solches Fahrverbot würde der bayerischen Wirtschaft massiv schaden. Alle Diesel-Fahrzeugen hätten beim Kauf den Gesetzen entsprochen. Die wenigsten Privatleute und Betriebe könnten sich auf die Schnelle neue Fahrzeuge leisten, sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die Stadt solle besser den öffentlichen Nahverkehr ausbauen.

Die Handwerkskammer erklärte, 79 Prozent der Handwerker seien zwingend auf den Diesel angewiesen, weil sie Werkzeug und Lasten transportieren müssten. Die heutigen Elektrofahrzeuge schafften das nicht. „Man kann nicht einfach sagen: Wir schneiden den Wirtschaftsverkehr einfach ab und schauen, was dabei rauskommt“, warnte Ulrich.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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