Wirtschaft nach Steuererhöhung im Stimmungstief

Konjunktur II: - München/Nürnberg - Nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer hat sich die Verbraucherstimmung im Januar drastisch verschlechtert. Die Anschaffungsneigung stürzte um 65 Punkte ab - der stärkste Rückgang innerhalb eines Monats seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1980. Auch die Laune der Geschäftsleute hat sich eingetrübt, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilt

Der Indikator für das Konsumklima verringerte sich von 8,5 Punkten auf 4,8 Punkte, teilte das Marktforschungsinstitut GfK in Nürnberg mit. Die Konsumneigung war nach GfK-Einschätzung in den letzten Monaten des vergangenen Jahres wegen vieler vorgezogener Käufe aber deutlich "überzeichnet" und hatte sich vom allgemeinen Stimmungsbarometer abgekoppelt.

Deshalb liege die Vermutung nahe, dass es sich bei der ausgeprägten Reaktion im Januar um eine Momentaufnahme handle, die rasch korrigiert werden könne. Viele Konsumenten seien zunächst verunsichert gewesen, wie sich die höhere Mehrwertsteuer tatsächlich auf die Preise auswirke.

Die Mehrwertsteuerehrhöhung drückt auch auf die Stimmung in der Wirtschaft. Der Geschäftsklimaindex sei von 108,7 Punkten im Vormonat auf 107,9 Punkte gesunken, teilte das ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München mit. Die schlechtere Lagebeurteilung führten die Konjunkturforscher auf die von 16 auf 19 Prozent angehobene Mehrwertsteuer zurück. Experten hatten dagegen im Schnitt mit einem leichten Anstieg gerechnet.

Während die befragten Unternehmen ihre gegenwärtige Geschäftslage schlechter beurteilten, fielen die Erwartungen für die kommenden Monate erneut besser aus. Das deutet nach Meinung von Fachleuten auf ein nur vorübergehendes Stimmungstief hin - wie auch für das Konsumklima.

Das Vertrauen der Verbraucher in einen anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung. blieb nach Angaben der Gfk stabil. Die Konjunkturerwartung der Konsumenten konnte leicht zulegen und erreichte den höchsten Wert seit Januar 2001. Auch die Einkommenserwartungen erholten sich.

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